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Netzwelt Cloud-Dienste im Härtetest: Der Testsieger kommt aus Deutschland
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14:16 24.04.2019
Viel Platz für Speicherplatz: das Cloud-Rechenzentrum der Deutsche Telekom in Biere/Sachsen-Anhalt. Mehr als 100.000 Server stehen hier. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Berlin

Dropbox, iCloud, OneDrive und Amazon sind die international wohl bekanntesten Anbieter von Cloud-Speicherplatz. Doch sie belegen nicht die Spitzenplätze bei Warentest. Ganz vorn landete der deutsche Anbieter web.de. Getestet wurden deutschsprachige, betriebssystemunabhängige Cloudspeicherdienste, die auch eine kostenfreie Basisversion bieten.

Abzüge für Mängel beim Kleingedruckten

40 Prozent der Wertung entfielen auf die Handhabung der Cloud. Sind Installation und Einrichtung einfach, ist die Anleitung leicht nachvollziehbar. Sind Apps, Browser und Desktop-Anwendungen gut aufeinanderabgestimmt über unterschiedliche Betriebssysteme hinweg? 30 Prozent des Testergebnisses machten technische Funktionen wie die Geschwindigkeit des Datentransfers und der Funktionsumfang aus. Weitere 30 Prozent entfielen auf Datensicherheit (Verschlüsselung im Speicher und beim Datentransport, Zugangssicherungen und Extra-Sicherheitsfunktionen.

Pauschal eine Note Abzug gab es, wenn AGB, Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärungen nicht nutzerfreundlich waren (etwa nur auf Englisch vorlagen) oder das Datensendeverhalten von Smartphone-Apps zum Cloud-Speicher als sehr kritisch eingestuft wurden. Das bedeutet, das etwa Extradaten übertragen wurden, die für die Funktion unnötig sind, aber Hackern die Arbeit erleichtern könnten.

Fünf mal „gut“, drei mal „befriedigend“

Von den elf getesteten Diensten erhielten fünf die Note „gut“, die anderen schnitten mit „befriedigend“ ab. Allerdings liegt das am hohen Testniveau und dem Notenabzug. Denn bei der Handhabung gab es ausnahmslos ein „gut“ für alle elf Testteilnehmer. Bei den technischen Funktionen schnitten sechs mit „sehr gut“ und fünf mit „gut“ ab. Und auch bei der Datensicherheit betrug die schlechteste aller Noten 2,7 (befriedigend). Klare Kante zeigten die Tester wie gesagt beim Datensendeverhalten und Mängeln in AGB und Nutzungsbedingungen. Das führte dazu, dass der US-Anbieter Sugarsync, der mit einer 3,5 den letzten Platz belegte, wegen Sendeverhalten und sehr deutlichen Mängeln in den Begleittexten ordentlich Abzüge kassierte.

Lesen Sie hier:
Urteil: Apple muss Erben Zugang zur iCloud gewähren

Textsieger web.de mit seinem Angebot Freemail setzte sich mit einer glatten 2,0 knapp gegen die Magentacloud Free (2,1) durch. Auch Apple wurde für seine iCloud, die in Sachen Datenschutz am besten abschnitt, mit Abzügen wegen des Kleingedruckten sanktioniert.

Die Technik stimmt bei allen Anbietern

Dass alle getesteten Cloud-Anbieter unter dem Strich technisch vertrauenswürdig sind, ist eine gute Nachricht von Stiftung Warentest. Allerdings kann eine solche Untersuchung, so akribisch sie auch sein mag, sogenannte weiche Fakten nicht berücksichtigen. Und die sind es, die den meisten Usern von großen Clouddiensten die größten Bauchschmerzen bereiten. Denn der einfachen Handhabung der kommerziellen Cloudanbieter und dem Schutz der eigenen Daten durch Profis steht das unangenehme Gefühl des Kontrollverlusts gegenüber. Schließlich wären ja die Datenriesen durchaus in der Lage, die privaten Daten einzusehen. Und auch der riesige Energieverbrauch der kommerziellen Speicher-Stätten wird dem einen oder anderen zu denken geben. Doch Für den Komfort verzichten die meisten Nutzer auf die Autonomie über ihre Daten.

Wer allerdings aus moralischen Erwägungen nicht zum Cloud-Abo greifen möchte, das es meist für etwa 10 Euro im Monat für ein Terabyte Speicherplatz gibt, aber auch nicht permanent eine Festplatte oder Daten-Sticks mit sich herumtragen möchte, der kann sich auch eine private Cloud einrichten.

Wer auf solche Netzwerkfestplatten setzt, braucht allerdings etwas mehr an technischem Know-how. Auch diese Option hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen.

Von Daniel Killy/RND

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