Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Panorama 48-facher Mordversuch: Angreifer aus Linienbus vor Gericht
Nachrichten Panorama 48-facher Mordversuch: Angreifer aus Linienbus vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:12 05.01.2019
Prozessbeginn: Ein Deutsch-Iraner steht wegen versuchtem Mord in 48 Fällen vor Gericht. Quelle: Markus Scholz/dpa
Kücknitz

Knapp sechs Monaten nach einer Messerattacke in einem Lübecker Linienbus beginnt am 9. Januar der Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer. Dem 34 Jahre alten Mann wird unter anderem versuchter Mord in 48 Fällen vorgeworfen.

Der Deutsch-Iraner soll am 20. Juli 2018 in einem Linienbus Feuer gelegt und mit einem Messer wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt, für eines der Opfer bestand Lebensgefahr.

Am frühen Nachmittag des 20. Juli zündete der 34-Jährige nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einem Bus der Linie 30 in seinem Rucksack mehrere Spiritusflaschen an. Dann stach er mit einem Küchenmesser auf Umstehende ein. Er wurde schließlich vom Busfahrer und mehreren Fahrgästen überwältigt und der Polizei übergeben.

Busfahrer wurde zum Held

Zuvor hatte der 34-Jährige den Angaben zufolge den Busfahrer angegriffen, als der versuchte, das Feuer zu löschen. Der Fahrer hatte im Rückspiegel den Qualm bemerkte, das Fahrzeug gestoppt und die Türen geöffnet, um die Fahrgäste aussteigen zu lassen.

Sein umsichtiges Handeln habe möglicherweise Schlimmeres verhindert, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) nach der Tat. Der mit 48 Personen besetzte Bus war auf dem Weg von Lübeck nach Travemünde, wo am Abend die Travemünder Woche eröffnet werden sollte.

Wirre Äußerungen des Beschuldigten nach seiner Festnahme und Ermittlungen in seinem Umfeld führten bald zu dem Verdacht, dass der 34-Jährige psychisch krank sein könnte. Das wurde durch das vorläufige Gutachten einer Sachverständigen bestätigt, die von einer paranoiden Schizophrenie und einer dadurch bedingten Schuldunfähigkeit ausging.

Verdächtiger wollte eine Verschwörung beenden

„Nach diesen Erkenntnissen gehen wir davon aus, dass sich der Beschuldigte in seinem Wahn einer Verschwörung ausgesetzt sah. Die wollte er beenden, indem er einen Bus in Brand setzt und alle Insassen des Busses tötet“, sagte die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst.

„Da der Beschuldigte nach Einschätzung der Sachverständigen krankheitsbedingt gefährlich für die Allgemeinheit ist, muss nun ein Gericht in einer Hauptverhandlung über seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus entscheiden.“ Ein Urteil des Gerichts wird im März erwartet.

Die LN berichteten zu der Tat

Messerangriff in Linienbus: Die LN berichteten im LIVE-Ticker

Die Zusammenfassung des Geschehens am Tag der Tat

Bildergalerie: Alle Eindrücke vom Tatort in Kücknitz

Video: Held von Kücknitz – dieser Busfahrer hat sich dem Messerangreifer entgegen gestellt

Video: Diese Zeugen saßen im Bus und sprechen über das Erlebte

Busfahrer Peter Spoth: Der Held von Kücknitz im Interview

Reportage aus Kücknitz: Ein mulmiges Gefühl bleibt – das sagen die Anwohner

Elf Tage nach der Tat: Beschuldigter der Bus-Attacke von Kücknitz schweigt

Anklage: Staatsanwaltschaft wirft Angreifer versuchten Mord in 48 Fällen vor

Von RND/dpa

Es steht schlecht um die Bienen und das Meer – vielleicht sind Insekten und Korallen gerade deshalb in diesem Jahr in Designfragen Trend. Auch das Reiseland 2019 ist zumindest aus deutscher Perspektive nachhaltig: Wir bleiben einfach hier. Und die weiteren Trends des Jahres? Knallbunt und rund.

05.01.2019

Ein neues Jahr beginnt mit einem Feuerwerk. Danach aber herrscht erst einmal Ruhe. Und das ist gut so. Es muss nicht immer laut sein, wir müssen nicht immer reden, überall unseren Senf dazugeben. Aber Schweigen will auch gelernt sein. Denn es passt nicht in jeder Situation.

05.01.2019

Es war das Schlimmste befürchtet worden, doch die große Katastrophe blieb aus: Tropensturm „Pabuk“ hat Thailand weitestgehend verschont. Der Flugbetrieb auf Koh Samui läuft bereits langsam wieder an.

05.01.2019