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Panorama Asylsuchende Saudi-Araberin (18) sendet Hilferufe per Twitter
Nachrichten Panorama Asylsuchende Saudi-Araberin (18) sendet Hilferufe per Twitter
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09:38 07.01.2019
Die Twitter-App. Quelle: AP Photo/Matt Rourke
Bangkok

Eine saudische Frau auf der Flucht vor ihrer Familie hat sich in einem Bangkoker Airport-Hotel in einem Zimmer verbarrikadiert und sendet verzweifelte Hilferufe über sozial Medien. Der 18-jährigen Rahaf Mohammed Alkunun wurde am Samstagabend der Pass abgenommen, als sie mit einem Flug aus Kuwait auf einem internationalen Flughafen der thailändischen Hauptstadt eintraf. Sie hat seitdem die UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR um Hilfe angerufen und jeden, der ihr helfen könne.

Das Büro des Hohen UN-Flüchtlingskommissars teilte mit, es verfolge den Fall und versuche über thailändische Behörden, Zugang zu der jungen Frau mit dem Ziel zu bekommen, festzustellen, ob sie internationalen Schutz brauche.

Alkunun will nach eigenen Angaben in Australien um Asyl bitten. Auf Twitter schrieb sie, sollte sie unter Druck saudischer Behörden zur Rückkehr zu ihrer Familie gezwungen werden, würde das sie in „echte Gefahr“ bringen. Sie sei vor häuslicher Gewalt geflohen: Sie sei von männlichen Angehörigen geschlagen und mit dem Tode bedroht worden, ein halbes Jahr sei sie in ihrem Zimmer eingesperrt worden, weil sie ihr Haare kürzer geschnitten habe.

Saudische Frauen stehen selbst im Erwachsenenalter unter Vormundschaft ihrer männlichen Angehörigen. Vor häuslicher Gewalt zu fliehen, bedeutet für sie eine Gefahr auf Leben und Tod.

Deutscher Botschafter in Thailand: „Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed“

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte, Thailand sollte dem UNHCR Zugang zu Alkunun ermöglichen. „Sie sollten dem UNHCR eine Einschätzung ermöglichen, ob sie ein Flüchtling ist oder nicht und sich daran halten“, sagte der stellvertretende Leiter von HRW für Asien, Phil Robertson. „Alternativ könnten sie sie nach Australien weiter reisen lassen, ihr ihren Pass zurückgeben und sicherstellen, dass sie reisen kann“, sagte er der Nachrichtenagentur AP. „Sie hat ein gültiges australisches Visum.“ Entscheidend sei, dass sie nicht nach Saudi-Arabien zurückgeschickt werde, weil ihr da Gefahr drohe.

Der deutsche Botschafter in Thailand, Georg Schmidt, schrieb auf ihrem Twitter-Kanal: „Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed und stehen dazu in Verbindung mit der thailändischen Seite und den Botschaften der Länder, an die sie sich gewandt hatte.“

Der saudische Geschäftsträger in Bangkok, Abdullah al-Schuaibi, sagte, seine Land habe nichts mit dem Fall zu tun. „Sie wurde von den Flughafenbehörden gestoppt, weils sie thailändische Gesetze verletzt hat“, wurde er auf der saudischen Nachrichten-Webseite Sabk zitiert. Sie habe anscheinend kein Rückflugticket gehabt, keine Hotelreservierung und kein Touristenvisum. Die saudische Botschaft habe kein Handhabe, irgend jemanden auf dem Flughafen zu stoppen; eine solche Entscheidung obliege allein den thailändischen Behörden.

Von RND/AP