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Panorama Baby wird mit außenliegendem Herzen geboren
Nachrichten Panorama Baby wird mit außenliegendem Herzen geboren
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13:49 14.12.2017
Kleine Kämpferin: Vanellope Hope Wilkins. Quelle: dpa
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Leicester

Hoffnung – das war wohl das einzige, was Naomi Findlay und Dean Wilkins nach der niederschmetternden Diagnose blieb: Ihr Baby würde durch eine seltene genetische Erkrankung mit einem außerhalb des Körper liegenden Herzen zur Welt kommen. Für die werdenden Eltern kam ein Schwangerschaftsabbruch aber nicht in Frage. Stattdessen brachte die 31-Jährige das Kind auf die Welt – und gab ihm den Zweitnamen Hope – Hoffnung.

Das Hoffen hat sich allem Anschein nach gelohnt: Rund 50 Spezialisten brachten Vanellope Hope Wilkins am 22. November im Glenfield Hospital in der mittelenglischen Stadt Leicester per Kaiserschnitt zur Welt. Sofort nach der Geburt wurde das Mädchen in einen sterilen Plastikbeutel gewickelt, um Infektionen an ihrem Herz zu verhindern.

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Insgesamt drei Operationen waren in den ersten Wochen notwendig, um das Herz in ihren Körper zu bringen und ihre Brust mit ihrer eigenen Haut zu verschließen. Die Chirurgen strickten dabei ein Netz, das Vanellopes Herz schützt, da das Kind ohne Rippen und Brustbein zur Welt kam.

Mittlerweile gehe es dem „Wunderbaby“ Vanellope gut, teilte das Glenfield Hospital am Mittwoch mit. Das inzwischen drei Wochen alte Mädchen ist damit Experten zufolge wohl das erste Baby in Großbritannien, das diesen Geburtsdefekt überlebt.

Vanellopes Eltern erfuhren zum ersten Mal im Juni bei einer Ultraschall-Untersuchung, dass ihre Tochter an der sehr seltenen Herzektopie leidet. „Uns wurde gesagt, dass unsere beste Möglichkeit ein Abbruch der Schwangerschaft sei – meine Welt brach zusammen“, sagte Vanellopes Vater Dean (43) der britischen Nachrichtenagentur PA. Sie hätten sich bewusst dagegen entschieden, sagte ihre 31-jährige Mutter Naomi.

Dem Krankenhaus zufolge kommen wahrscheinlich weniger als fünf bis acht Babys pro Million Geburten mit einer Herzektopie zur Welt. Sie haben eine Überlebenswahrscheinlichkeit von weniger als zehn Prozent.

Von RND/dpa

13.12.2017
13.12.2017