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Panorama Bis zu 800 Blitze pro Minute: Gewitterwalze überflutet Teile Deutschlands
Nachrichten Panorama Bis zu 800 Blitze pro Minute: Gewitterwalze überflutet Teile Deutschlands
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13:39 12.06.2019
Blitze zucken am Himmel über Brandenburg. Quelle: Julian Stähle/dpa
Berlin

Heftige Sommergewitter mit Starkregen haben sich in der Nacht zum Mittwoch vor allem über Ostdeutschland entladen. In Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

In Sachsen und Brandenburg fielen örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Sie bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte.

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hat es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte. Die nächste Gewitterfront kündigte sich für Mittwochnachmittag bereits wieder an.

„Ausnahmezustand Wetter“ in Berlin ausgerufen

In Berlin wurde um Mitternacht der „Ausnahmezustand Wetter“ ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 160 Einsätzen wegen des Gewitters gerufen, wie ein Sprecher sagte. Im gesamten Stadtgebiet fielen Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. In Potsdam rückte die Feuerwehr mehr als 100 Mal aus.

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurde die Flugzeugabfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für mehrere Stunden eingestellt. Passagiere konnten nicht wie sonst üblich über Treppen ein- oder aussteigen.

Ein Abschnitt der Autobahn 115 war auch noch am Mittwochmorgen in beiden Richtungen gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Fahrbahnen mussten gereinigt werden. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Straßen in der Nacht zum Mittwoch.

Mancherorts mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet

Auch in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Gewitter. In Bad Hersfeld bei Kassel führte eine Unwetterwarnung dazu, dass das Festprogramm des Hessentags am Dienstagabend unterbrochen wurde. In Prerow in Vorpommern geriet ein Appartementhaus durch einen Blitzeinschlag in Flammen, verletzt wurde dabei niemand.

Die Temperaturen stiegen im Osten Deutschlands auch am Mittwoch wieder rasch an. Die Spitzenwerte sollten nach Angaben des Wetterdienstes bei bis zu 34 Grad liegen, so warm werde es etwa in Frankfurt (Oder). Der Wetterdienst „Wetterkontor“ warnt in Sachsen ab dem Nachmittag bis in die erste Nachthälfte von Südwesten her vor örtlich kräftigen Gewittern, teils Unwettern mit heftigem Starkregen mit bis 40 Liter pro Quadratmeter. Auch Sturmböen bis 100 km/h und vereinzelt Orkanböen bis 120 km/h seien möglich.

Von RND/dpa