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Panorama Bräutigam Minuten vor der Hochzeit festgenommen – jetzt soll er abgeschoben werden
Nachrichten Panorama Bräutigam Minuten vor der Hochzeit festgenommen – jetzt soll er abgeschoben werden
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22:13 07.04.2019
Ein Bräutigam streift bei der Trauung seiner Braut den Ehering über den Finger. (Symbolbild) Quelle: Andreas Lander/dpa
Salzburg

Es sind ergreifende Szenen, aufgenommen in einem Salzburger Schloss: „Sie können doch noch zehn Minuten warten! Bitte, lassen Sie uns heiraten! Bitte!“, sagt eine Frau in einem weißen Brautkleid unter Tränen. Doch die Beamten zeigen sich unnachgiebig, führen den Bräutigam ab. „Sie müssen jetzt mit uns mitfahren. Es findet keine Hochzeit statt“, sagt einer der Beamten der österreichischen Ausländerbehörde.

Bei dem Mann handelt es sich um einen 32-Jährigen aus Gambia, das Video hat die Schwester der Braut am vergangenen Freitag aufgenommen – nur wenige Minuten, bevor sich beide das Ja-Wort geben wollten.

Die Braut Susanne B. zeigte sich hinterher fassungslos: Seit vier Jahren sei sie mit ihrem Verlobten liiert, acht Monate lebe sie mit ihm zusammen, sagte Susanne B. den „Salzburger Nachrichten“: „Wir haben die Hochzeit schon vor vier Monaten angemeldet. Und dann kommen die drei Minuten davor.“

„Allen Beteiligten war der mehr als unsichere Aufenthalt des Gambiers in Österreich bewusst“

Am Samstag äußerte sich das österreichische Innenministerium zu dem Fall, der landesweit für Schlagzeilen sorgte: Bei dem festgenommenen gambischen Staatsangehörigen handele es sich um einen Fremden, aber um keinen Asylbewerber – Asylantrag soll der Mann in Italien gestellt haben. „Der Betroffene war in den vergangenen beiden Jahren bereits mehrfach aufgrund der Zuständigkeit Italiens laut Dublin-Verordnung nach Italien überstellt worden. Trotzdem ist er wiederholt illegal ins Bundesgebiet eingereist“, heißt es. Zuletzt sei der Mann erneut aufgefordert worden, seiner Ausreiseverpflichtung nachzukommen.

„Allen Beteiligten war also der mehr als unsichere Aufenthalt des Gambiers in Österreich bewusst. (...) Ihm muss klar gewesen sein, dass auch eine Eheschließung an seinem unsicheren Aufenthaltsstatus mit all seinen Konsequenzen nichts ändert“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Der 32-Jährige werde nach Italien überstellt – und nicht nach Gambia.

Für die Braut ein schwacher Trost – sie macht den Behörden in einem Interview mit dem Portal „oe24“ schwere Vorwürfe: „Das war ein abgekartetes Spiel. ­Meine Kinder haben sich an ihn geklammert, geweint, trotzdem haben sie ihn mitgenommen. Seine Verhaftung war eine bodenlose Gemeinheit.“

Von RND/seb

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