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Panorama Elternverband nach Vergewaltigung: Weniger Panik, mehr Zivilcourage
Nachrichten Panorama Elternverband nach Vergewaltigung: Weniger Panik, mehr Zivilcourage
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06:54 28.06.2019
Die Polizei suchte mit einem Vergleichsbild nach Hinweisen auf den Täter. Quelle: Wera Engelhardt/dpa
München

Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München warnt der Bayerische Elternverband vor Panik und ruft zu mehr Zivilcourage auf. „Kinder dürfen jetzt keine Angst bekommen“, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Angela Wanke-Schopf. Eltern könnten ihren Kindern sagen: „Schaut genau hin. Geht nicht in Parks, wenn dort niemand ist“, riet Wanke-Schopf. „Aber Kinder sollten nicht in Panik verfallen. Viele Eltern haben wahnsinnige Angst, weil es am helllichten Tag passierte.“

Ein 43-Jähriger soll das Mädchen am Dienstag ins Gebüsch gezerrt und schwer sexuell missbraucht haben. Dabei hat er den Ermittlungen zufolge eine Wolfsmaske getragen. Die Polizei nahm den Deutschen am Donnerstag fest. Er ist den Angaben zufolge unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft und war für einige Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, bevor er zuletzt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft wohnte.

Passantinnen beobachteten die Tat – und griffen nicht ein

„Ein Einzelfall ist das sicher nicht“, sagte der Landesvorsitzende des Elternverbands, Martin Löwe, der dpa. Nun müsse genau geprüft werden, ob und wo Fehler bei der Einschätzung des Mannes gemacht worden seien. Über ein Versagen könne bislang nur gemutmaßt werden. Er betonte, dass gerade die bayerische Justiz nicht als lasch gelte.

Zwei Passantinnen hatten die Tat nach Angaben der Polizei gesehen und sich erst später bei den Beamten gemeldet. Wanke-Schopf nahm das zum Anlass für Gesellschaftskritik: „Mir ist nicht klar, wie das vor den Augen der Öffentlichkeit passieren kann.“ Ihr Eindruck sei, dass sich die Menschen immer weniger trauten, einzuschreiten oder zumindest die Polizei zu informieren – „auch auf die Gefahr hin, dass man mal eine Situation falsch einschätzt“. Hier sei mehr Sensibilität notwendig.

Von RND/dpa