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Panorama Entwischte Kobra in Herne: Kommt jetzt ein Haltungsverbot für gefährliche Tiere?
Nachrichten Panorama Entwischte Kobra in Herne: Kommt jetzt ein Haltungsverbot für gefährliche Tiere?
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10:01 28.08.2019
In Herne ist eine Kobra entwischt. Jetzt rückt eine Spezialfirma an, um das Tier zu fangen. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Herne

Noch immer keine Spur von der hochgiftigen Kobra aus Herne: Nach Angaben der Stadt, habe sich auch die Hoffnung zerschlagen, dass sich unter den am Montag sichergestellten Tieren die Schlange befindet. Jetzt soll eine Fachfirma das Tier einfangen.

Am Sonntag waren im Ortsteil Holthausen gleich mehrere Wohnhäuser evakuiert worden, nachdem das Tier seinem Halter entwischt war. Noch immer wurde die Schlange nicht geschnappt.

Anwohner rannten in Panik in ihre Wohnung

Wie die Spezialisten genau vorgehen, werde im Laufe des Tages bekannt gegeben, sagte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Experten seien in ähnlichen Fällen bereits tätig gewesen. Die Einsatzkräfte gehen laut den Informationen der Stadt weiter davon aus, dass das gefährliche Tier noch in einem Mehrfamilienhaus ist.

Eine Bewohnerin, die die Schlange gesehen hatte, hat der "WAZ" von ihrer Erfahrung berichtet: Sie habe das Tier auf dem Flur der ersten Etage entdeckt. "Sie hat gezischt und mit dem Schwanz gewackelt", wird die Frau zitiert. In Panik sei sie zurück in die Wohnung gegangen, habe von innen eine Jacke vor die Tür gelegt und dann den Notruf gewählt.

Der Nachbar sei bekannt dafür, gefährliche Tiere in seiner Wohnung zu halten. Auch Spinnen gehörten zu seinem "Sortiment", heißt es in dem Bericht.

Kommt das Verbot für "Gefahrentiere"?

Die Politik diskutiert derweil über ein Haltungsverbot solcher "Gefahrentiere". NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte: "Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern."

"Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehören nicht in Privatwohnungen", forderte der Grünen-Landtagsabgeordnete Norwich Rüße. Für potenziell tödliche Tiere wie Giftschlangen, Skorpione, Krokodile oder Raubkatzen solle ein Haltungsverbot gelten. "Ich werde mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass die Haltung giftiger Tiere in Nordrhein-Westfalen verboten wird", kündigte auch der Herner SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt an.

Bisher gelten für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten in Nordrhein-Westfalen kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden. SPD und Grüne hatten bereits 2014 - damals als Regierungsfraktionen - ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert.

Anzeigepflicht für Vogelspinnen und Schnappschildkröten

Heinen-Esser sagte, ihr Ministerium prüfe gerade "die bestehenden rechtlichen Vorgaben und potenziell weitergehende Regelungen, eventuell auch eine Bundesratsinitiative". Die Ministerin verwies einerseits auf die Gefährlichkeit der Tiere, zudem habe sie "Zweifel, ob die Haltung solcher Tiere in Wohnungen art- und tiergerecht ist".

Nach den Vorstellungen von Grünen und SPD soll es neben dem Haltungsverbot für besonders gefährliche Tiere auch Regelungen für gefährliche Tiere geben, die Menschen zwar nicht töten, aber verletzen können - etwa Schnappschildkröten oder Vogelspinnen. Für sie soll eine Anzeigepflicht eingeführt werden.

"Es ist wichtig, dass die Behörden wissen, welche gefährlichen Tiere in ihrem Verantwortungsbereich leben. Das ist die Grundlage dafür, Unbeteiligte vor gefährlichen Tiere zu schützen", sagte der Grünen-Abgeordnete Rüße. Außerdem hatte der rot-grüne Gesetzesvorschlag eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für mögliche Schäden durch die Tiere vorgesehen.

RND/msc/dpa

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