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Panorama So war die erste Messe in Notre-Dame nach dem Großbrand
Nachrichten Panorama So war die erste Messe in Notre-Dame nach dem Großbrand
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19:32 15.06.2019
Im April stand Notre Dame in Flammen, jetzt gab es eine erste Messe. Quelle: Thierry Mallet/AP/dpa
Paris

Zwei Monate nach dem Großbrand von Notre-Dame hat erstmals wieder eine Messe in der Kathedrale stattgefunden. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit anderen Priestern und Gläubigen am Samstagabend, wie in einer Übertragung des katholischen Fernsehsenders KTO zu sehen war. Aus Sicherheitsgründen wurden nur rund 30 Menschen in die Kirche gelassen. Die Messe fand in einer Kapelle am östlichen Ende der weltberühmten Pariser Kathedrale statt.

Andachtsraum auf dem Vorplatz der Kirche

Notre-Dame war bei einem verheerenden Brand Mitte April schwer beschädigt worden – und hatte auch unter Prominenten eine Welle der Bestürzung ausgelöst. Das Dach wurde damals weitgehend zerstört, der Vierungsturm stürzte ein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, die Kathedrale solle innerhalb von fünf Jahren wieder aufgebaut werden. Die Diözese kündigte an, sobald es aus Sicherheitsgründen möglich sei, einen Andachtsraum auf dem Vorplatz der Kirche zu errichten. Dort sollen Gläubige auch die Beichte ablegen können.

Gehälter aus Spenden

Zugleich wurde bekannt, dass die medienwirksam angekündigten Spenden der französischen Millionäre Bernard Arnault und François Pinault im dreistelligen Millionenbetrag bisher nicht wie versprochen überwiesen wurden. „Die großen Spender haben nicht gezahlt. Nicht einen Cent“, sagte Notre-Dame-Pressesprecher André Finot am Freitag. Stattdessen seien es vor allem Einzelpersonen, die mit Spenden für Stiftungen wie Fondation Notre Dame und Friends of Notre Dame für die Gehälter der bis zu 150 Arbeiter aufgekommen seien, die seit dem Brand am 15. April auf der Baustelle arbeiten.

Bruchteil der angekündigten Summe

Die Diözese hatte diese Woche mitgeteilt, die Fondation Notre Dame habe bereits 15,7 Millionen Euro erhalten. Finot sagte, die ersten 3,6 Millionen Euro an Stiftungsgeldern würden dieser Tage überwiesen, um für die erste Phase des Wiederaufbaus zu zahlen.

Das eingegangene Geld ist nur ein Bruchteil der Summe, die zugesagt wurde. So versprach etwa Pinault, der mit seiner Firma Artemis unter anderem die Luxusmarken Gucci und Saint Laurent besitzt, 100 Millionen Euro, ebenso wie Patrick Pouyanne vom Energiekonzern Total. Arnault, dessen Konzern LVMH unter anderem Louis Vuitton und Dior im Portfolio hat, sagte 200 Millionen Euro zu, ebenso viel wie die Bettencourt-Schueller-Stiftung des L’Oréal-Imperiums.

Viele Amerikaner spenden

Unter den Kleinspendern, die bisher tatsächlich was gegeben haben, sind auch viele Amerikaner, wie der Vorsitzende der Stiftung Friends of Notre Dame, Michel Picaud, der Nachrichtenagentur AP sagte. Er gehe davon aus, dass 90 Prozent der Spenden, die seine Stiftung erhalten habe, aus den USA stammten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

Von RND/dpa