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Panorama Gesundheitliche Probleme: Ingrid Steeger zum Probenauftakt schwach auf den Beinen
Nachrichten Panorama Gesundheitliche Probleme: Ingrid Steeger zum Probenauftakt schwach auf den Beinen
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14:42 20.05.2019
Ingrid Steeger hält beim Probenbeginn für die 69. Bad Hersfelder Theater-Festspiele das Manuskript für das Stück "Der Prozess". Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Bad Hersfeld

Mit einem Blitzlichtgewitter der Fotografen sind die Schauspieler der Bad Hersfelder Festspiele beim Probenauftakt empfangen worden. Regisseur und Theater-Intendant Joern Hinkel begrüßte am Montag in einer Halle am Kurpark Teile seines Ensembles. Dort gab er Einblicke in die Eröffnungspremiere. Hinkel inszeniert vom 5. Juli an den Kafka-Klassiker „Der Prozess“ auf der Freilicht-Bühne des renommierten Theaterfestivals. Den Zuschauern verspricht er eine Mischung aus „Poesie, Finsternis, Humor und Musik“ - und das „mit einem außergewöhnlichen Schauspieler-Ensemble“.

Als die Schauspieler die Halle zur Leseprobe betraten, begleiteten allerdings bange Blicke den Auftritt von Ingrid Steeger. Die 72-Jährige musste beim Gehen und Stehen gestützt werden. „Ich war zuletzt zweimal im Krankenhaus, weil ich Eisenmangel hatte“, erklärte sie. Zu ihrem Zustand sagte sie: „Ein bisschen schwach bin ich schon noch. Ich habe dann Angst, dass ich stürze.“ Sie sei aber zuversichtlich, die Saison bewältigen zu können. „Na klar, ich muss ja nicht herumrennen“. Steeger bleibt derzeit nichts erspart. Ihr Nuscheln entschuldigte sie mit einem Zahnarztbesuch: „Ich habe gerade ein Provisorium.“

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Kafka-Stück für alle Zuschauer verständlich

Ausdrucksstark und voller Tatendrang zeigten sich hingegen andere Akteure. Ronny Miersch wird die Hauptrolle des Josef K. spielen. Eine Kostprobe seines Könnens - und Entertainer-Qualitäten - zeigte Dieter Laser. Er arbeitete schon mit Hollywood-Größen wie Burt Lancaster und John Malkovich und bekleidet in Bad Hersfeld die Rolle des Advokaten.

Mit von der Partie als Gerichtsschergen sind auch Markus Majowski („Die dreisten Drei“, Sat.1) und Thomas Maximilian Held („Sechserpack“, Sat.1), die eher im komischen Fach zu Hause sind. Held erklärte er werde den Zuschauern zeigen, wie man auch mit einem Lächeln das Böse verkörpern könne.

Hinkel versicherte, dass seine neue Kafka-Inszenierung die Zuschauer vor keine Verständnisprobleme stellen werde. „Niemand muss Literaturwissenschaften studiert haben müssen, um dem Stück folgen zu können. Es werden selbst Besucher verstehen, die nicht mal eine Inhaltsangabe gelesen haben.“

Hinkel freut sich auf ein Stück mit besonderem Charakter: Kafkas Prozess sprühe vor lauter absurden Situationen. Manchmal sei es aber auch tiefsinnig und traurig, aber genauso naiv und verspielt. „Dass Kafka ein begeisterter Kinogänger und Witze-Erzähler war, merkt man den slapstick-haften Szenerien hier ganz besonders an.“ Kafka sei ein regelmäßiger Besucher von Tanzlokalen gewesen. „Seine Erlebnisse aus dem Prager Nachtleben fließen in unsere Fassung mit ein. Tagsüber irrt Josef K. durch die Instanzen der Gerichte, nachts versucht er, diesem Albtraum in Nachtclubs zu entfliehen. Es wird gesungen und getanzt, inspiriert durch die überbordende Swing-Musik der 20er Jahre. Ein Tanz auf dem Vulkan.“

Von RND/dpa