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Panorama Mann mit Schwert getötet: Tochter des Opfers musste Tat offenbar mit ansehen
Nachrichten Panorama Mann mit Schwert getötet: Tochter des Opfers musste Tat offenbar mit ansehen
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09:06 02.08.2019
Eine Polizistin der Spurensicherung arbeitet am Tatort in Stuttgart. Quelle: Sven Kohls/SDMG/dpa
Stuttgart

Nach der tödlichen Schwert-Attacke auf offener Straße in Stuttgart werden neue, schreckliche Details bekannt: Die Tochter des Opfers musste offenbar mit ansehen, wie ihr Vater (36) von seinem ehemaligen Mitbewohner, einem 28-jährigen Syrer, angegriffen wurde. Das berichtete die „Bild“-Zeitung. Die Polizei wollte sich auf Anfrage zu Details nicht äußern.

Nach bisherigen Erkenntnissen entwickelte sich am Mittwochabend ein Streit zwischen den beiden Männern, als das Opfer nach Hause kam. Schließlich soll der 28-Jährige das Schwert gezogen und auf den 36-Jährigen eingestochen haben. Das Opfer soll noch versucht haben, sich in das Auto einer Zeugin zu retten, doch der Angreifer zog ihn wieder aus dem Fahrzeug und stach erneut mehrfach zu – das dokumentieren auch erschreckende Videos von Augenzeugen, die sich am Mittwochabend schnell in sozialen Netzwerken verbreiteten.

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Motiv für Bluttat weiter unklar

Das Motiv für die Bluttat ist weiter unklar. Bislang gehen die Ermittler von persönlichen Beweggründen aus. Der Verdächtige soll den Angaben nach bis vor kurzem bei dem Opfer gewohnt haben. Vor dem Angriff hätten die beiden Streit gehabt, der 28-Jährige soll dann mit einer Art Schwert den 36-Jährigen erstochen haben.

Die Polizei will am Freitag weitere Zeugen vernehmen. Darunter seien Anwohner und Bekannte des Opfers und des mutmaßlichen Täters, sagte ein Sprecher der Polizei.

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Identität des Verdächtige muss noch abschließend geklärt werden

Die Identität des Verdächtigen, der die Tat am Donnerstag gegenüber der Polizei gestanden hatte und in Untersuchungshaft sitzt, ist noch nicht abschließend geprüft. Bislang geht die Polizei davon aus, dass er Syrer ist und seit 2015 in Deutschland mit einem gültigen Aufenthaltsstatus lebt. „So ist er registriert“, sagte ein Sprecher. Ob diese Angaben aber tatsächlich stimmen, müsse noch verifiziert werden.

Laut „Bild“ soll der 28-Jährige zunächst in Eisenhüttenstadt in Brandenburg als Syrer registriert gewesen sein und sich dort aufgehalten haben. Er sei wegen Ladendiebstahls und Sachbeschädigung polizeibekannt, sei deshalb bereits vom Amtsgericht Neuruppin verurteilt worden. Ein Polizeisprecher äußerte sich zu Details nicht, sagte lediglich, dass der Verdächtige mit dieser Identität schon bei der Polizei bekannt gewesen sei.

Videos von der Tat verbreiteten sich schnell in sozialen Medien

Der 36 Jahre alte Deutsche war nach dem Angriff blutüberströmt auf der Straße liegen geblieben. Zeugen verständigten die Polizei. Unter anderem mit einem Hubschrauber fahndete sie nach dem Verdächtigen und stellte ihn wenige Stunden später in der Nähe des Tatorts.

Nach der Tat kursierten mehrere Videos davon im Netz. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft, ob sich Menschen, die Videos aufgezeichnet und hochgeladen haben, strafbar gemacht haben.

Von RND/seb/dpa