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Panorama Nach Amok-Fahrt in Charlottesville: Neonazi muss lebenslang in Haft
Nachrichten Panorama Nach Amok-Fahrt in Charlottesville: Neonazi muss lebenslang in Haft
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07:18 12.12.2018
Aktivisten erheben ihre Fäuste vor dem Charlottesville General District Court, nachdem im Prozess gegen einen 21-Jährigen schuldiges Urteil ergangen war. Quelle: Steve Helber/dpa
Washington

Der US-amerikanische Rechtsextremist James Alex Fields wird voraussichtlich den Rest seines Lebens hinter Gittern zubringen. Geschworene eines Gerichts in Charlottesville im Bundesstaat Virginia sprachen sich am Dienstag (Ortszeit) laut einem Bericht der Lokalzeitung „Daily Progress“ für eine Haftstrafe von lebenslänglich plus 419 Jahren für den 21-Jährigen aus.

Der Mann hatte bei rechtsextremistischen Ausschreitungen in Charlottesville im August 2017 sein Auto in eine Gruppe von Menschen gesteuert, die gegen Neonazis protestiert hatte. Dabei tötete er die 32-jährige Heather Heyer. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.

Charlottesville: Rechtsextremist für Mord schuldig gesprochen

Fields war am Freitag bereits des Mordes und mehrfacher Körperverletzung schuldig gesprochen worden. In Virginia empfehlen Geschworene das Strafmaß. Der zuständige Richter darf dieses reduzieren, jedoch nicht erhöhen. Richter Richard Moore in Charlottesville habe erklärt, er halte das vorgeschlagene Strafmaß für gut begründet, berichtete der „Daily Progress“. Fields’ Strafe wird am 29. März nächsten Jahres verkündet. Bei der Anhörung über die Strafe erklärte ein Gutachter der Verteidigung, bei Fields seien im Kindesalter bipolare Störungen festgestellt worden.

Die rechtsextremistischen Ausschreitungen in der 160 Kilometer von der Hauptstadt Washington entfernten Universitätsstadt Charlottesville hatten weltweit Aufsehen erregt. Mehrere hundert Weiße, überwiegend junge Männer, zogen mit Nazi-Fahnen, rassistischen Symbolen und Fackeln durch die Stadt. Fields reiste zum Aufmarsch aus seinem Wohnort in Ohio an.

SMS-Nachrichten als Beweis im Charlottesville-Prozess

Beim Prozess legte die Staatsanwaltschaft SMS-Nachrichten zwischen Fields und seiner Mutter vor. Die Frau habe ihren Sohn gewarnt, er solle vorsichtig sein. Fields habe mit einem Hitler-Foto entgegnet und dem Text: „Wir sind nicht diejenigen, die vorsichtig sein müssen.“

Den Täter erwartet zudem eine bundesstaatliche Anklage. Darin werden Fields Hassverbrechen vorgeworfen, die mit dem Tod bestraft werden können.

Von RND/epd

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