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Panorama Nach Tod von Milliardär Jeffrey Epstein: Leiche obduziert
Nachrichten Panorama Nach Tod von Milliardär Jeffrey Epstein: Leiche obduziert
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16:46 12.08.2019
US-Unternehmer Jeffrey Epstein starb am Wochenende im Gefängnis. Quelle: Uma Sanghvi/Palm Beach Post via
New York

New York — Der Tod des in einem New Yorker Gefängnis einen Prozess erwartenden Milliardärs Jeffrey Epstein bleibt auch nach der Obduktion seiner Leiche mysteriös. Die Leiterin der New Yorker Gerichtsmedizin, Barbara Sampson, teilte mit, die Autopsie sei am Sonntag im Beisein eines von Epsteins Anwälten benannten Pathologen vorgenommen worden. Zur Todesursache machte sie keine Angaben, dazu bedürfe es weiterer Informationen.

Ein nicht in den Fall involvierter Gerichtsmediziner, Joe Cohen, erklärte, es sei nicht ungewöhnlich, dass nach einer Obduktion noch keine Todesursache öffentlich benannt werde. "Sie wollen keine voreiligen Schlüsse ziehen", sagte Cohen, der in den 1990er Jahren in der New Yorker Gerichtsmedizin arbeitete und nun eine Praxis in Kalifornien betreibt.

Epstein hätten bis zu 45 Jahre Gefängnis gedroht

Epstein wurde am 6. Juli verhaftet und beschuldigt, minderjährige Mädchen missbraucht und zu sexuellen Dienstleistungen gezwungen zu haben. Dazu habe er sich mit anderen verschworen, die noch nicht ermittelt sind. Epstein drohten bei einer Verurteilung bis zu 45 Jahre Gefängnis. Eine Haftentlassung bis zu seinem Prozess gegen Kaution war ihm wegen Fluchtgefahr verwehrt worden.

Sein Tod wirft auch ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen des Personals in Bundesgefängnissen. Recherchen der Nachrichtenagentur AP bestätigten einen Bericht der "New York Times", wonach in dem New Yorker Gefängnis, in dem Epstein einsaß, wegen Personalmangels extrem viele Überstunden verlangt wurden. Einer der Aufseher, der am Wochenende in Epsteins Trakt Dienst hatte, habe den fünften Tag in Folge Überstunden gemacht, erfuhr AP aus Justizkreisen. Ein anderer sei verpflichtet worden, Überstunden zu machen.

Der Milliardär soll allein in der Zelle gewesen sein

Überlastung oder Ermüdung des Personals könnten eine Rolle bei Epsteins mutmaßlichem Selbstmord gespielt haben. Aufseher hätten eigentlich alle 30 Minuten bei einem Kontrollgang in seine Zelle schauen sollen, hieß es in der "New York Times". Das sei aber nicht geschehen. Zudem sei Epstein am Samstagabend allein in der Zelle gewesen, nachdem ein Mithäftling verlegt worden sei.

Laut "New York Times" wurde dem Justizministerium in Washington gesagt, Epstein werde sich die Zelle mit einem anderen Häftling teilen und ein Aufseher werde alle halbe Stunde kontrollieren. Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass Epstein vor etwas mehr als zwei Wochen als suizidgefährdet eingestuft wurde und deshalb unter besondere Beobachtung gestellt wurde. Diese Maßnahme lief Ende Juli nach nur wenigen Tagen aus, hieß es.

Epstein gehörte einst zur High Society, empfing bei seinen Partys und Festen prominente und hochgestellte Persönlichkeiten. Angeklagt wurde er, Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben, aber auch der Verschwörung dazu.

Auch Frankreich will möglichen sexuellen Missbrauch aufklären

Die Vermutung, Epstein habe nicht alleine Straftaten begangen, rief am Montag auch die französische Regierung auf den Plan. Eventuelle Verbindungen zum Epstein vorgeworfenen Menschenhandel zu sexuellen Zwecken nach Frankreich müssten aufgedeckt werden, erklärten die Ministerien für Frauenrechte und Schutz von Kindern am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Nach Angaben von US-Behörden hatte Epstein einen Wohnsitz in Paris und benutzte in den 1980er Jahren einen gefälschten österreichischen Pass, um nach Frankreich zu reisen. Die Erklärung der französischen Ministerien gingen nicht auf andere Verbindungen Epsteins zu Frankreich ein. Sie betonten, dessen mutmaßliche Opfer dürften nicht der Gerechtigkeit beraubt werden, die sie verdienten.

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