Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Panorama Reaktionen auf Tragödie in Berlin
Nachrichten Panorama Reaktionen auf Tragödie in Berlin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 20.12.2016
Auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin ist am Montagabend nach Polizeiangaben vermutlich ein Anschlag mit einem Lastwagen verübt worden. Quelle: Julian Stähle/MAZ
Anzeige
Berlin

Bei einem möglichen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin sind am Montagabend mindestens neun Menschen getötet worden. Das teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Feuerwehr wurden mindestens 50 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Ein Polizeisprecher sagte kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls, es handle sich vermutlich um einen Anschlag (Stand 23:45 Uhr).

Der dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern mit hoher Geschwindigkeit über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden.

Anzeige

» Liveticker

Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, sei tot.

Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat, war zunächst offen. Die Polizei bat Anwohner, zuhause zu bleiben. Es gebe ein "verheerendes Bild vor Ort", sagte ein Polizeisprecher. Umstehende berichteten dpa-Reportern, dass der Lkw Dutzende Menschen überfahren habe.

Der an der Front stark demolierte Lastwagen kam am Rande der Budapester Straße zum stehen. Der Fahrer war zunächst Richtung Zoo geflüchtet.

» Liveticker

Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen. Das teilte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Abend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.


Politiker geschockt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den möglichen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt gezeigt. "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend über den Kurnachrichtendienst Twitter mit.


Merkel sei mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) in Kontakt.

Müller reagierte geschockt auf die Attacke mit mindestens neun Toten. "Was wir hier sehen, ist dramatisch", sagte Müller am Montagabend auf dem Breitscheidplatz. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten.

Kurz vor Weihnachten raste Anis Amri 2016 mit einem Lastwagen auf den Berliner Weihnachtmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Die Bilder vom Breitscheidplatz nach dem Anschlag.

Dutzende Rettungswagen und viele Polizeiwagen waren vor Ort. Das Gelände wurde abgesperrt, Passanten wurden nur noch vom Weihnachtsmarkt herunter gelassen. Ein Bundespolizeisprecher sagte: "Wir gucken nun, wie wir die Kollegen des Landes Berlin unterstützen können."

Nach Worten von Bürgermeister Müller war die Situation am Abend unter Kontrolle. Der Regierungschef reagierte geschockt. "Was wir hier sehen, ist dramatisch", sagte Müller auf dem Breitscheidplatz. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten.

Bundesinnenminister de Maizière erklärte: "Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls. Ich stehe in unmittelbarem und durchgehendem Austausch mit den Sicherheitsverantwortlichen im Land Berlin und habe jede Unterstützung durch die Bundespolizei angeboten."

» Liveticker

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: "Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden."

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigte sich ebenfalls entsetzt über den möglichen Anschlag in Berlin. Während ihres Besuchs im westafrikanischen Mali sprach sie am Montagabend von «bestürzenden Nachrichten»" aus Deutschland. "Wir wissen auch nur das, was wir über die frei zugänglichen Medien in der Kürze erfahren konnten", sagte sie auf einem Empfang in der deutschen Botschaft in Bamako. Die Gäste bat von der Leyen um einen Moment des Gedenkens für die Opfer. Die Ministerin hatte zuvor die deutschen Soldaten im nordmalischen Gao besucht, die dort an einer UN-Friedensmission teilnehmen.

Frankreichs Präsident François Hollande hat sich nach dem Vorfall auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin betroffen gezeigt. "Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft", teilte der Élysée-Palast am Montagabend mit. Premierminister Bernard Cazeneuve erklärte auf seinem Twitteraccount auf Deutsch: "Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite."


Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zeigt sich bestürzt über die Katastrophe auf einem Berliner Weihnachtsmarkt mit mindestens neun Toten. Am Dienstag soll beraten werden, ob die Ereignisse auch Sicherheitskonsequenzen für die Landeshauptstadt nach sich ziehen.

Aus dem brandenburgischen Polizeipräsidium hieß es am Abend gegenüber der MAZ, dass man zurzeit keine Amtshilfe vor Ort leiste. Für die Weihnachtsmärkte in Brandenburg wolle man die Situation nun neu überdenken. Wie genau man auf den Vorfall in Berlin reagieren werden, war nicht zu erfahren.

Von RND/abr/wer/MAZ