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Panorama „Schlimmste Zeit des Jahres“: Kältehilfe bietet Obdachlosen wieder Notschlafplätze
Nachrichten Panorama „Schlimmste Zeit des Jahres“: Kältehilfe bietet Obdachlosen wieder Notschlafplätze
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21:32 01.10.2019
In Berlin hat die 30. Kältehilfe-Saison begonnen. Das sei jedoch nur ein „letztes Notsystem“, die Organisatoren fordern stattdessen eine Ursachenbekämpfung. Quelle: Gregor Fischer/dpa
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Berlin

Der erste Herbststurm ist bereits über Norddeutschland hinweggefegt, und auch die Temperaturen fallen allmählich – für Obdachlose ist der Winter die schlimmste Zeit des Jahres. Mit dem Start in die 30. Kältehilfe-Saison haben die Organisatoren eine verstärkte Bekämpfung der Ursachen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit gefordert.

Die Kältehilfe mit ihren Notübernachtungsplätzen sei ein „letztes Notsystem“, nachhaltige Lösungen seien jedoch am Anfang der Kette gefordert, sagte der Vorsitzende der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Liga Berlin), Oliver Bürgel, am Dienstag in Berlin. Erforderlich seien zum Beispiel Maßnahmen, um Miet- und Energieschulden zu vermeiden.

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1150 warme Schlafplätze bis Ende des Jahres

„Die rasante Ausweitung der Kältehilfe muss ein Ende haben“, betonte Caritas-Direktorin Ulrike Kostka. Mit mehr Plätzen werde das eigentliche Problem nicht gelöst und man laufe Gefahr, Provisorien zum Dauerzustand zu machen. „Was wir vor allem brauchen, sind bezahlbare Wohnungen“, sagte Kostka. Von Dienstag an stehen laut Senatsverwaltung für Soziales gut 440 Schlafplätze im Warmen zur Verfügung, bis Jahresende sollen es mehr als 1150 sein.

Wie viele Menschen obdachlos in Berlin leben, ist bislang nicht bekannt. Schätzungen gehen von 6.000 bis 10.000 Betroffenen aus. Der Berliner Senat will Ende Januar 2020 mithilfe zahlreicher Organisationen und Verbände erstmals die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen systematisch erfassen.

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RND/dpa/epd

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