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Panorama Säugling im Harz ausgesetzt – Ermittlungen gegen Mutter geprüft
Nachrichten Panorama Säugling im Harz ausgesetzt – Ermittlungen gegen Mutter geprüft
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20:10 09.07.2019
Leuchtendes Blaulicht auf dem Dach eines Streifenwagens. Quelle: imago/Deutzmann
Osterwieck

Wenige Stunden nach dem Fund eines ausgesetzten Säuglings im Landkreis Harz ist die Mutter des Jungen ermittelt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Dienstag ist davon auszugehen, dass die 30 Jahre alte Mutter selbst das Kind ausgesetzt hat. Was genau passiert ist, sei aber noch unklar und müsse ermittelt werden.

Der Säugling war in der Nacht zum Dienstag im Hauseingang eines Mehrfamilienhauses in Osterwieck (Landkreis Harz) gefunden worden. Von der Mutter fehlte zunächst jede Spur. Nach einem Zeugenhinweis konnte die Polizei am Nachmittag die 30-Jährige ermitteln.

Die Mutter sei nicht festgenommen worden, sie befinde sich auf freiem Fuß, sagte der Polizeisprecher. Wie es mit ihr weitergehe, werde erst am Mittwoch entschieden. Weitere strafrechtliche Ermittlungen gegen die 30-Jährige würden geprüft.

Das Kind, das ein 36-jähriger Osterwiecker kurz nach Mitternacht nackt und unterkühlt entdeckt hatte, kam in ein Krankenhaus. Die Körpertemperatur des Jungen sei auf 29 Grad gesunken, es habe aber keine Lebensgefahr bestanden. Der Zustand des Säuglings ist nach Angaben der Polizei stabil. Das Kind bleibe aber zunächst in der Klinik.

Vor rund zwei Jahren hatte der Fund eines toten Babys in Weißenfels für Aufsehen gesorgt. Die Mutter konnte bis heute nicht ermittelt werden. Auch Reihengentests, für die mehrere Hundert Frauen Speicheltests abgeben mussten, brachten keinen Erfolg. Die Babyleiche war im April 2017 entdeckt worden. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass die Mutter aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf Ortskenntnis schließen lässt.

Von RND/dpa