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Panorama Sturmflut und hohe Wasserstände an Nordseeküste erwartet
Nachrichten Panorama Sturmflut und hohe Wasserstände an Nordseeküste erwartet
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07:27 08.01.2019
Feuerwehrleute schichten in Cuxhaven Sandsäcke auf. Quelle: TNN/dpa
Hamburg

Die Menschen an Teilen der deutschen Nord- und Ostseeküste bereiten sich auf Sturmtief „Benjamin“ vor. Am Dienstag wird in Hamburg, an Teilen der Küste Niedersachsens und Schleswig-Holsteins sowie in Bremerhaven eine Sturmflut erwartet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gab eine entsprechende Warnung für die deutsche Nordseeküste heraus.

So soll der Wasserstand in Hamburg-St. Pauli am frühen Abend voraussichtlich bei etwa zwei Metern über dem mittleren Hochwasser liegen, ebenso bereits am frühen Nachmittag in Bremerhaven, wie das Bundesamt mitteilte. An der niedersächsischen Küste werde das Nachmittagswasser örtlich sogar zwischen 1,75 und 2,25 Metern über dem mittleren Tidehochwasser auflaufen, teilte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. Am Dienstag sollen dann alle Fähren von und nach Wangerooge ausfallen.

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Vorbereitungen für eine Sturmflut auf ostfriesischen Inseln

Mit erhöhten Wasserständen war vielerorts schon in der Nacht zu Dienstag und in den frühen Morgenstunden zu rechnen. Auch auf den ostfriesischen Inseln und auf dem Festland wurden Vorbereitungen für eine Sturmflut getroffen. Ob auch das Emssperrwerk Gandersum geschlossen wird, sollte am Vormittag entschieden werden.

Wegen der nach wie vor in der Nordsee treibenden Container des Frachters „MSC Zoe“ behalten die NLWKN-Experten auch Treibgut im Blick. Weitere Anlandungen auf Borkum, Juist und Norderney seien durchaus denkbar.

Auch die Kleinstadt Heiligenhafen an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins erwartet rund eine Woche nach dem Sturmtief „Zeetje“ die nächste Sturmflut. Nach aktuellen Vorhersagen rechne die Stadt mit Wasserständen von rund 1,10 Metern über dem mittleren Wasserstand, sagte der Leiter des Bauamtes der Stadt, Roland Pfündl: „Wir schließen die Deichdurchlässe und die zur Ostsee offenen Regenwasserkanäle, die mobilen Hochwasserschutzwände im Hafenbereich werden geschlossen.“ An der Ostsee gelten bereits Wasserstände ab einem Meter über dem mittleren Wasserstand als Sturmflut. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie veröffentlichte für die Ostseeküste zunächst aber keine Sturmflutwarnung.

„Benjamin“ bringt Böen der Stärke 10

Anfang Januar hatte „Zeetje“ in Heiligenhafen und anderen Orten an der Ostseeküste schwere Überflutungen und erhebliche Schäden verursacht. Damals wurden Wasserstände von rund 1,60 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht. Die Schadenshöhe sei noch unklar.

Auch an Schleswig-Holsteins Nordseeküste soll es ungemütlich werden: Etwa in Schulau, einem Ortsteil der Stadt Wedel, in Glückstadt und Brunsbüttel rechnen die Experten ebenfalls mit einer Sturmflut. An der nordfriesischen Küste werden vielerorts nachmittags Wasserstände von etwa 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. Schon am frühen Morgen sollen die Wasserstände kräftig steigen, eine Sturmflut gibt es dann voraussichtlich aber noch nicht, da die Marke von 1,5 Metern dann noch nicht erreicht werden soll.

Schon zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst mitgeteilt, dass Sturmtief „Benjamin“ am Dienstag schwere Sturmböen aus Nordwest bis Nord der Stärke 10 erwartet. Vereinzelt könne es sogar orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 105 Kilometern pro Stunde entsprechend Windstärke 11 geben, warnte der DWD am Montag.

Von RND/dpa