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Panorama Tief „Zeetje“ bringt Sturmflut und Schneesturm
Nachrichten Panorama Tief „Zeetje“ bringt Sturmflut und Schneesturm
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18:04 02.01.2019
Am Hafen geparkte Autos in Wismar sind vom Hochwasser umschlossen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock/Hamburg/Oberwiesenthal

Hochwasser an der Ostsee und umgerissene Bäume in der Region: Tief „Zeetje“ hat Einsatzkräfte im Norden Deutschlands am Neujahrsabend auf Trab gehalten und an der Küste die erste Sturmflut des neuen Jahres ausgelöst.

In Wismar lag der Wasserstand am Vormittag 1,70 bis 1,80 Meter über Normal, wie ein Stadtsprecher sagte. Niedrig gelegene Straßen in der historischen Innenstadt seien überflutet worden. Das Wasser stehe bis zu 20 Zentimeter hoch. Die Menschen seien über Radio aufgefordert worden, ihre Autos aus den gefährdeten Bereichen wegzufahren. Fährverbindungen der Weißen Flotte in Warnemünde und die Verbindung zwischen Rügen und Hiddensee wurden zeitweise eingestellt.

Vielerorts stehen Uferstraßen unter Wasser

Auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste stiegen die Pegelstände gegen Mittag teils deutlich über die Normalwerte. In Lübeck und Flensburg standen Autos unter Wasser, die aus gefährdeten Gebieten nicht rechtzeitig weggefahren oder abgeschleppt worden waren. In beiden Städten mussten ebenso wie in Kiel überspülte Uferstraßen vorübergehend gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. Größere Schäden wurden bis zum Nachmittag nicht gemeldet.

In Wismar stehen auch Häuser in Hafennähe unter Wasser. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Im Lauf der Nacht auf Mittwoch nahm der Sturm deutlich ab. Windböen gebe es nur noch an den Küsten, hieß es am Vormittag. Die Sturmflutwarnung für die Ostsee wurde aufgehoben.

Frachter verliert Container auf der Nordsee

Im Sturm verlor ein Frachter auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven Container in der Nordsee. Wie das Havariekommando am Mittwoch mitteilte, trieben Behälter zu den niederländischen Inseln Terschelling und Vlieland. Das Kommando suchte mit einem Ölüberwachungsflugzeug nach den über Bord gegangenen Containern, in denen sich unter anderem Autoteile befanden.

Bei der Bahn in Mecklenburg-Vorpommern sorgte der erste Sturm des Jahres für Verspätungen und Zugausfälle. Wie ein Sprecher in Berlin am Mittwoch erklärte, musste die Zugstrecke Wismar-Bad Kleinen seit 04.00 Uhr wegen Gefahren durch schrägstehende Bäume gesperrt werden. Die Bäume drohten auf die Leitung mit 15.000 Volt Hochspannung zu fallen. Reisende mussten über Stunden auf Busse umsteigen

Unfälle wegen umgestürzter Bäume

In Mecklenburg-Vorpommern prallten Autos gegen umgestürzte Bäume. Dabei wurden drei Insassen verletzt, sie kamen in Krankenhäuser. Im Westteil des Bundeslandes gab es Straßensperrungen wegen gefährlicher Bäume.

Sturmtief Zeetje brachte einen Schneesturm und damit Verkehrschaos ins Erzgebirge. Quelle: action press

Im Erzgebirge brachte das Sturmtief ordentlich Schnee: Der Fichtelberg, Sachsens höchster Berg, wurde von einem Schneesturm umweht. Besucher konnten sich nach Medienberichten nicht mehr draußen aufhalten. Der Deutsche Wetterdienst warnt Glätte und überfrierender Nässe. Weiterhin sind bis zu 20 Zentimeter Neuschnee angekündigt.

Auf der Bundesstraße 95 bei Bärenstein war der Wind zu stark, ein Wohnwagen wurde in das Bankett gedrückt und fuhr auf die Leitblanke hinauf. Bis zu sechs Kilometer staute sich der Verkehr. Auch sonst gabn es Chaos: Autos steckten im Graben fest, einige in bis zu zwei Meter hohen Schneeverwehungen. Autofahrer ließen ihre Wagen vorerst zurück. Teilweise lag die Sicht unter einem Meter.

In Hamburg musste die Feuerwehr zwei große umgefallene Bäume mit einem Kran von der Straße heben, wie ein Feuerwehrsprecher in der Nacht auf Mittwoch sagte. Sie hatten unter anderem mehrere Autos beschädigt. Zudem holten Einsatzkräfte einen Baum aus einer Stromleitung. An einem achtstöckigen Haus in der Hafencity musste die Feuerwehr ein Baugerüst samt Schutzplane sichern.

Von RND/dpa/action press