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Panorama Schneepause – doch das Chaos bleibt
Nachrichten Panorama Schneepause – doch das Chaos bleibt
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07:23 11.01.2019
Eine Schneefräse räumt an einer gesperrten Straße zwischen Altenberg und Rehefeld den Schnee weg. Vorn passiert ein Skifahrer die gesperrte Straße. Quelle: imago stock&people
München

Im Kampf gegen die Schneemassen in Bayern hoffen die Rettungskräfte auf besseres Wetter am Freitag. Laut Vorhersagen sollen die Schneefälle vorübergehend etwas nachlassen.

Noch unklar ist, wann der Zugverkehr in Süd- und Ostbayern wieder überall rollt. Weil die Bahn auf den verschneiten Strecken nicht mehr mit dem Räumen hinterherkommt, sind viele Verbindungen unterbrochen. Auch bei Zügen des Meridian, der Bayerischen Oberlandbahn und der Bayerischen Regionalbahn sollte es zu Ausfällen, Einschränkungen und Verspätungen kommen.

Auch viele Straßen sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Helfer sind im Dauereinsatz, um einsturzgefährdete Dächer von den Schneelasten zu befreien.

Seit Tagen halten die starken Schneefälle in einigen Regionen Deutschlands und in Österreich an. In der Bundesrepublik hat insbesondere Bayern mit den Schneemassen zu kämpfen. Wie kräftig es geschneit hat, zeigen diese Bilder eindrucksvoll.

Wegen einer Sperrung der Autobahn 8 am Chiemsee im Landkreis Rosenheim saßen seit Donnerstagabend zahlreiche Menschen bei teils starkem Schneefall im Stau fest. Das Bayerische Rote Kreuz baute Pflegestützpunkte auf. Die Helfer sollten den Stau abgehen und die Menschen versorgen. Auch in den frühen Morgenstunden konnte die Polizei zunächst keine Entwarnung geben.

Behörden rufen in mehreren Landkreisen Bayerns Katastrophenfall aus

Im Raum Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich sitzen Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen zu bestimmten Ortsteilen gesperrt sind. Am meisten Sorgen bereiten den Behörden die Schneelasten auf Bäumen und Dächern.

Der Schwerpunkt in den nächsten Stunden und Tagen werde darauf liegen, mit Hilfe von Feuerwehr, THW und Bundeswehr die Schneemassen auf den Dächern abzuräumen und damit die Schneelasten zu verringern, teilte das Landratsamt am Donnerstagabend mit. Laut einem Behördensprecher gab es rund 200 Anfragen zum Räumen von Dächern, von Bürgern und Gewerbetreibenden, aber auch von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen. Die betreffenden Dächer werden nun von Fachleuten überprüft.

Am Donnerstag riefen die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall aus. Auch im Landkreis Miesbach gilt der Katastrophenfall.

Betreten von Wäldern in Süddeutschland lebensgefährlich

Das Landratsamt Traunstein will auch die Hilfe der Bundeswehr anfordern. Im Raum Miesbach und Berchtesgaden war sie bereits im Einsatz und räumte Dächer. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, der Streitkräfte und des Sanitätsdienstes seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern mit.

In immer mehr Landkreisen in Oberbayern und Schwaben fällt an diesem Freitag der Unterricht aus. Zu gefährlich sei der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen, hieß es von den Behörden. Eine Betreuung für die Schüler sei aber vor Ort möglich. In den vergangenen Tagen war bereits in vielen Landkreisen der Unterricht ausgefallen.

Das Betreten von verschneiten Wäldern kann in Süddeutschland zurzeit akute Lebensgefahr bedeuten. Darauf wies die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände in der „Bild“-Zeitung hin.

Ein neun Jahre alter Junge wurde am Donnerstag in Aying (Landkreis München) von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Baum war am Donnerstag unter der hohen Schneelast zusammengebrochen. Erst nach 40 Minuten entdeckten Zeugen den darunter begrabenen Bub und alarmierten die Rettungskräfte. Sie konnten das Kind nicht mehr retten.

Von RND/dpa