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Panorama Zur Schmerzlinderung: 79-Jährige betrieb riesige Cannabisplantage im Garten
Nachrichten Panorama Zur Schmerzlinderung: 79-Jährige betrieb riesige Cannabisplantage im Garten
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12:17 03.04.2019
Cannabis wird auch zur Schmerzlinderung eingesetzt. Im heimischen Garten anbauen darf man es aber nicht. Quelle: Torsten Leukert/dpa
Dresden

„Es war manchmal nicht auszuhalten“, beschrieb Hannelore K. am Dienstag vor dem Dresdener Amtsrichter ihre Schmerzen. Um sich Linderung zu verschaffen, legte die Seniorin eine Cannabisplantage im Garten an. Die Qualität war unterirdisch, doch die große Menge macht die Angelegenheit strafbar.

„Die Pflanzen waren wunderschön. Ich wusste erst gar nicht, was das ist, bis mir die Bauarbeiter von nebenan sagten, was das ist“, erzählte die 79-jährige Angeklagte. Die hübschen Pflänzchen waren auch einem Nachbarn aufgefallen, weniger das Aussehen, mehr der Geruch, und der ging zur Polizei. Die rückte im Juni 2017 zum Besuch bei der alten Damen an. 60 muntere Cannabispflanzen wuchsen in einem Beet vor ihrem Haus. Offenbar kein Erstanbau, denn in der Garage fanden sich in einem Schrank getrocknete Pflanzen. Der THC-Gehalt war eher unterirdisch – aber die Menge macht es und das waren satte zwei Kilo.

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Säten Vögel die Hanf-Samen aus?

Hannelore K. klein, gepflegt, pfiffig, aber schwer krank, räumte die Vorwürfe ein. „Mit den Pflanzen wollte ich mir Tee kochen, wegen meiner starken Schmerzen“, erklärte sie. „Ich habe gesundheitliche Probleme und bekam noch Borreliose nach einem Zeckenstich. Es war manchmal nicht auszuhalten.“ Nach der Aufklärung durch die Bauarbeiter, habe sie gelesen, dass Cannabiskonsum Schmerzen lindere und beschlossen, die Pflanzen wachsen lassen.

Glaubt man ihr, ist sie zu ihnen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. „Ich füttere die Vögel im Garten und habe in einem Baum ein Futterhäuschen aufgehängt.“ Drin war eine besonderen Mischung – angereichert mit Hanfsamen. „Die Tüte gibt es in der Zoohandlung. Sie kostet 1,89 Euro. Die Rechnung habe ich mit“, erklärte sie energisch. Irgendwie hätten die Vögel die Samen „ausgesät“. Alle in einem Beet?

Rentnerin kam glimpflich davon

Neben den zwei Kilo, die die Polizei konfisziert hat, muss es noch mehr „Trockencannabis“ gegeben haben. Vieles sei unbrauchbar geworden , so die Angeklagte, weil es von Mäusen oder Ratten angefressen wurde. Ihr Garten muss ein Hippie-Paradies für Tiere gewesen sein – ob Vögel oder Nager – alle waren ständig high.

Die Drogen waren für den Eigenbedarf gegen die Schmerzen, die Qualität nicht toll, trotzdem ist der Besitz in der Menge strafbar. Das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus und verwarnte die alte Dame mit Strafvorbehalt. Begeht sie wieder eine Straftat, muss sie eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen zahlen.

Von Monika Löffler/RND

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