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Politik Andreas Scheuer und sein Schilder-Problem
Nachrichten Politik Andreas Scheuer und sein Schilder-Problem
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11:35 23.03.2019
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) muss sich Vorwürfe aus der Carsharing-Branche anhören. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Für Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) läuft es gerade nicht rund. Eine Schilder-Posse belastet sein Verhältnis zur Carsharing-Branche. Und dann sieht sich die neue Fahrradhelm-Kampagne seines Ministeriums auch noch dem Sexismus-Vorwurf ausgesetzt.

Die Carsharing-Branche wartet dringend auf ein einheitliches Parkplatzschild für Leihfahrzeuge. In einem Brief an Scheuer warnt der Bundesverband Carsharing nun, dass die Kommunen den Start neuer Projekte für gemeinschaftlich genutzte Autos aussetzen würden, weil sie „auf die Veröffentlichung des bereits vor langer Zeit angekündigten amtlichen Verkehrszeichens warten“, berichtet der „Spiegel“. Die Verzögerung bremse die boomende Branche aus, heißt es in dem Schreiben.

Der erste Entwurf wirkt missverständlich

Das Carsharing-Gesetz war bereits vor eineinhalb Jahren in Kraft getreten. Bisher hat das Ministerium nur einen Entwurf für ein entsprechendes Parkschild vorgelegt. Er zeigt neben dem üblichen weißen „P“ auf blauen Grund vier menschliche Silhouetten und ein Auto – das in der Mitte durchgeschnitten ist. Das ist wohl der Grund, warum das Schild noch nicht eingeführt wurde: Man könnte es leicht als Nothalteplatz für Schrott-Pkw missverstehen.

Grünen-Verkehrsexperte Oliver Krischer ermahnte Scheuer, ein verständliches Piktogramm gestalten zu lassen. „Verkehrsminister Scheuer redet viel über die Zukunft der Mobilität. Wenn Maßnahmen anstehen, wird es dann aber sehr ruhig.“

Auch für eine neue Fahrradhelm-Kampagne seines Ministeriums erntet Scheuer Kritik. Die Kampagne will vor allem junge Menschen zum Tragen eines Helms animieren. Dazu werden leicht bekleidete Models gezeigt, darunter auch die „Germany's Next Topmodel“-Kandidatin Alicija. Auf den Bilder ist der Spruch „Looks like shit. But saves my life“ zu lesen – auf Deutsch: „Sieht Scheiße aus – aber rettet mein Leben.“

Sexismus-Vorwürfe gegen neue Kampagne

Zwar spreche die Kampagne das richtige Thema an, sagte SPD-Fraktionsvize Katja Mast der „Passauer Neuen Presse“. Doch sei die Umsetzung „peinlich, altbacken und sexistisch“. Halbnackte Frauen und Männer sollten nicht mit Steuergeldern auf Plakate gebannt werden.

Auch die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Josephine Ortleb, reagierte empört: „Es braucht weder Frauen als Objekte, nackte Haut noch Sexismus, um junge Menschen auf Sicherheit im Radverkehr aufmerksam zu machen“, sagte sie der Zeitung. Das Beispiel von Scheuers „Sex-sells-Kampagne“ zeige, dass die Bundesregierung dringend eine Gleichstellungsstrategie benötige. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Manja Schüle bezeichnete die Kampagne ebenfalls als „zutiefst sexistisch“.

Von RND/dpa

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