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Politik Bahlsen und die Zwangsarbeiter: Das sagt der Firmen-Patriarch
Nachrichten Politik Bahlsen und die Zwangsarbeiter: Das sagt der Firmen-Patriarch
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13:28 19.05.2019
Werner M. Bahlsen in der Bahlsen-Konzern-Zentrale in Hannover (Archivfoto). Quelle: Jochen Lübke/dpa
Hannover

Es hatte viel Kritik an Verena Bahlsens Äußerungen zu NS-Zwangsarbeitern gegeben – so sehr, dass sich die Keks-Erbin schließlich entschuldigen musste und das Unternehmen erklärte, die Rolle von Bahlsen im Zweiten Weltkrieg aufarbeiten zu lassen. Verena Bahlsen hatte der „Bild“-Zeitung auf eine Frage nach den damaligen Zwangsarbeitern im Unternehmen gesagt: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.“

Nun hat sich ihr Vater, Werner Bahlsen, zu den Aussagen seiner Tochter und zur Geschichte des Familienunternehmens geäußert. „Meine Tochter hat etwas gesagt, was falsch ist“, sagte Bahlsen der „Bild“-Zeitung. „Das hat sie eingesehen und sich dafür öffentlich entschuldigt. Wir haben darüber auch miteinander gesprochen.“ Seiner Ansicht nach sei es gut, dass nun alles auf den Tisch komme.

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Werner Bahlsen: „Alles muss auf den Tisch“

Seine Tochter habe mit ihren 26 Jahren nicht die gesamte Dimension der Geschichte gesehen, und auch habe er ihr sicherlich nicht genügend von der Geschichte der Bahlsens erzählt. „Wie auch. Auch ich weiß bis heute nicht, was damals wirklich passiert ist“, sagt er. „Ich werfe mir vor, dass wir unsere Geschichte nicht früher haben aufarbeiten lassen, um der nachfolgenden Generation an dieser Stelle die Last zu nehmen.“

Er selbst habe mit seinem Vater zwar seinerseits über die NS-Zeit gesprochen, „aber nicht viel“. „Und natürlich haben wir nur seine Sicht der Dinge präsentiert bekommen: Demnach war er zum Beispiel nie in der Partei“, sagte Bahlsen der Zeitung.

Über die Berichte, dass die Bahlsen-Brüder die NSDAP und die NS unterstützten, zeigt sich Werner Bahlsen in dem Interview schockiert: „Das bringt mein Bild deutlich ins Wanken. Umso wichtiger ist es, dass wir dieses Kapitel jetzt ausführlich aufarbeiten.“ Alles müsse nun auf den Tisch, nichts solle verklärt worden, so das Familien-Oberhaupt.

Von RND/das

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