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Politik „Baltimore Sun“ bricht mit „Ratten“-Kommentar gegen Trump „alle Rekorde“
Nachrichten Politik „Baltimore Sun“ bricht mit „Ratten“-Kommentar gegen Trump „alle Rekorde“
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16:08 30.07.2019
US-Präsident Donald Trump (Archivfoto). Er hatte Baltimore als ein „von Ratten verseuchtes Drecksloch“ bezeichnet. Quelle: EPA/Jim Lo Scalzo/dpa
Baltimore

Eine scharfe Zurückweisung der herablassenden Twitter-Botschaften von US-Präsident Donald Trump hat der Regionalzeitung „Baltimore Sun“ eine Welle der Zustimmung beschert. „Ich habe tonnenweise Zuschriften bekommen, die meisten positiv“, sagte Peter Jensen, der Autor des landesweit beachteten Leitartikels mit der Überschrift „Besser man hat ein paar Ratten, als man ist eine“, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Viele Leute sind über den Präsidenten wütend.“

Der Chefredakteur der Zeitung, Trif Alatzas, teilte in einer Mail an die Belegschaft mit, das Blatt habe am Wochenende mit 3,7 Millionen Seitenaufrufen „alle Rekorde gebrochen“. Die Mail liegt dem RND vor.

Jensen, der seit 15 Jahren als Meinungsredakteur bei der „Baltimore Sun“ arbeitet, verteidigte im Gespräch mit dem RND seine drastische Wortwahl. Trumps Tweets vom Wochenende hätten „ein hohes Maß an Rassismus“ enthalten: „Das war die eine Chance zurückzuschlagen.“

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Trump über Baltimore: „Widerliches, von Ratten und Nagern verseuchtes Drecksloch“

Trump hatte das mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnte Baltimore als „widerliches, von Ratten und Nagern verseuchtes Drecksloch“ bezeichnet. „Alle Zeitungen haben damit gerungen, wie sie mit dem Phänomen Trump umgehen“, sagte Jensen. „Normalerweise halten wir uns an die Regeln, während er wie ein Straßenkämpfer marodiert.“ Das werde jedoch nicht von allen Lesern verstanden. „Manchmal muss man auch eine emotionale Sprache wählen, um den Ernst der Lage klarzumachen.“

Die „Baltimore Sun“ ist das Schwesterblatt der Zeitung „The Capital“ in Annapolis, bei der im Juni 2018 ein geistig verwirrter Mann vier Redakteure und eine Verlagsangestellte erschossen hatte. US-Medien hatten damals kritisiert, dass Trump trotzdem massiv Stimmung gegen die „Fake News“ machte und Journalisten als „Volksfeinde“ bezeichnete.

Jensen erklärte, erst nach dem Abfassen seines Leitartikels sei ihm der Gedanke gekommen, dass er seine Familie möglicherweise in Gefahr gebracht habe. Davon lasse er sich aber nicht einschüchtern. Auf die Frage, ob er nicht fürchte, dass Trump-nahe Kreise beim Verlag auf seine Ablösung drängen könnten, sagte der 59-Jährige: „Das kümmert mich einen Scheißdreck.“

Von Karl Doemens/RND

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