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Politik Barley will Vize-Präsidentin des EU-Parlaments werden, Ska Keller Präsidentin
Nachrichten Politik Barley will Vize-Präsidentin des EU-Parlaments werden, Ska Keller Präsidentin
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07:43 02.07.2019
Katarina Barley, frühere Bundesjustizministerin, bei der Amtsübergabe. Quelle: imago images / photothek
Straßburg

SPD-Politikerin Katarina Barley will nach einem Medienbericht Vizepräsidentin des EU-Parlaments in Straßburg werden. „Ich möchte mich als Vize-Präsidentin des Europaparlaments bewerben“, sagte die frühere Bundesjustizministerin dem „Business Insider“.

„Die Europäische Union hat ein Kommunikationsproblem und ich möchte dem EU-Parlament mehr Gehör verschaffen. Ich war bereits Ministerin und habe Politik auf nationaler Ebene gestaltet. Ich glaube, dass ich hier einen starken Beitrag leisten kann“, sagte Barley weiter, die Spitzenkandidatin der deutschen Sozialdemokraten bei der Europawahl im Mai war.

Die deutsche Grünen-Politikerin Ska Keller will derweil Präsidentin des Europaparlaments werden. Die Europäischen Grünen würden die 37-Jährige für die Wahl am Mittwoch vorschlagen, hieß es in einer Mitteilung vom Montagabend. „Ich möchte das Europäische Parlament demokratischer, offener und transparenter machen“, sagte Keller.

Keller ist seit 2009 EU-Abgeordnete und seit zweieinhalb Jahren Vorsitzende der Grünen-Fraktion. Die studierte Islamwissenschaftlerin und Turkologin spricht auch Englisch, Französisch, Spanisch, Katalanisch und Türkisch. Verheiratet ist sie mit einem Finnen. Sie wurde im brandenburgischen Guben an der polnischen Grenze geboren.

Lesen Sie auch den Kommentar: Vertagung des EU-Gipfels war dringend geboten

Das neu gewählte EU-Parlament kommt an diesem Dienstag erstmals in Straßburg zusammen. Am Mittwoch soll dann ein Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Antonio Tajani gewählt werden. Die Grünen erzielten bei der Europawahl Ende Mai deutliche Zugewinne und sind im neuen Parlament mit 75 Sitzen viertstärkste Fraktion.

Ebenfalls am Dienstag verhandeln die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über die Besetzung mehrerer Spitzenposten – darunter auch das Amt des Parlamentspräsidenten. Das Parlament ist in seiner Wahl zwar frei. Als Teil eines Personalpakets könnte jedoch ein Deal geschlossen werden, der bei Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen Unterstützung findet. Dann dürfte es für Keller schwierig werden. In der Mitteilung vom Montagabend betonte sie, dass einzig und allein das Parlament entscheiden sollte.

Bislang haben die EU-Staats- und Regierungschefs keine Einigung erzielt, der EU-Sondergipfel in Brüssel wurde deshalb am Montagmittag vertagt.

Von RND/dpa