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Politik Bericht: US-Truppen “übergaben” nordsyrische Stadt Manbidsch an Russen
Nachrichten Politik Bericht: US-Truppen “übergaben” nordsyrische Stadt Manbidsch an Russen
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15:04 15.10.2019
Russlands Präsident Wladimir Putin. Quelle: Lefteris Pitarakis/Anas Alkharboutli/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa/Montage RND
Damaskus/Washington

Bei ihrem Abzug aus der Stadt Manbidsch in Nordsyrien sollen die US-Truppen das dort eintreffende russische Militär laut einem Medienbericht teilweise unterstützt haben. "Im Grunde genommen war es eine Übergabe", zitierte das Magazin "Newsweek" einen ranghohen Mitarbeiter im Pentagon. Der Abzug aus Manbidsch sei ein "schneller Abgang" gewesen, eine Art gemeinsamen "Rundgang" mit den Russen habe es nicht gegeben. Ziel sei gewesen, mit "so vielen Dingen wie möglich" abzuziehen und dabei "jegliches sensibles Gerät" zu zerstören.

Das für Syrien zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte bestätigte den Bericht auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht. Das russische Verteidigungsministerium teilte der Agentur Interfax zufolge lediglich mit, dass die US-Truppen Manbidsch in Richtung Irak verlassen hätten. Das russische Militär patrouilliere in der Gegend. Die syrische Armee habe die "volle Kontrolle" über Manbidsch übernommen. Zugleich sprach das Ministerium von einem "organisierten Zusammenwirken mit der türkischen Seite".

Die Ankunft syrischer Regierungstruppen

Am Montag waren syrische Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad in dem kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Sie werden von Russland unterstützt.

Manbidsch liegt knapp zwei Autostunden östlich von Aleppo und westlich des Flusses Euphrat. Rebellen hatten die Stadt im syrischen Bürgerkrieg eingenommen, bevor Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sie überrannten. 2016 brachten Kurdenmilizen die Stadt mit Unterstützung des US-Militärs schließlich unter ihre Kontrolle. Kurdischen Quellen zufolge betrieben die USA dort zuletzt drei Stützpunkte.

Kurden rufen Assads Soldaten zur Hilfe

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende den Rückzug der noch verbleibenden US-Soldaten aus dem Nordosten Syriens angeordnet. Der Zeitplan dafür ist unbekannt. Die Truppen würden aber in der Region bleiben, um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern. Ein kleiner Teil bleibe an einem Truppenstandort im Süden des Landes.

Syrische und kurdische Quellen sowie Aktivisten meldeten am Dienstag die Ankunft syrischer Regierungstruppen in Manbidsch. Im syrischen Staatsfernsehen waren Aufnahmen zu sehen, die zeigen sollen, wie Anwohner die eintreffenden Soldaten begrüßen. Kurdischen Quellen zufolge wurden in verschiedenen Stadtteilen syrische Flaggen gehisst. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, 150 US-Soldaten hätten sich von Manbidsch aus auf den Weg in den Irak gemacht.

Ein Toter und 18 Verletzte

Bei Kämpfen in Manbidsch sind ein türkischer Soldat getötet und 18 weitere verletzt worden. Die Truppen seien unter Mörser - und Artilleriefeuer der Kurdenmiliz YPG geraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Ankara. Die türkische Armee habe den Angriff erwidert. Dabei seien 15 YPG-Kämpfer getötet worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

In der Provinz Mardin schlugen unterdessen Mörsergranaten aus Syrien ein, zwei Menschen wurden getötet, wie das Gouverneursamt mitteilte. Zwölf weitere Zivilisten seien verletzt worden. Die Türkei machte die YPG für den Beschuss verantwortlich.

Die Türkei hatte vor knapp einer Woche eine Militäroffensive gegen die YPG in Nordsyrien gestartet. Ankara betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Der Einsatz wird international kritisiert.

RND/dpa

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