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Politik Bischof spricht über Ende der Kirchensteuer
Nachrichten Politik Bischof spricht über Ende der Kirchensteuer
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12:30 29.03.2019
Immer weniger Menschen zahlen Kirchensteuer. (Symbolbild) Quelle: imago/Eibner
Augsburg

Der katholische Bischoff von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, hat eine Debatte über die Zukunft der Kirchensteuer angestoßen: „Wir müssen uns fragen: Trägt diese Form der Kirchenfinanzierung auf Dauer, oder können wir nicht andere Wege gehen“, sagte Hanke der „Augsburger Allgemeinen“.

„Ich möchte nicht einer sofortigen Abschaffung der Kirchensteuer das Wort reden“, betonte der Bischof. „Dennoch müssen wir jetzt anfangen, über andere Möglichkeiten der Finanzierung nachzudenken, und müssen dabei kreativer werden.“

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Ihm gehe es dabei nicht nur um den Auftrag von Papst Franziskus, eine ärmere Kirche zu sein, sondern auch um schrumpfende Einnahmen angesichts der großen Zahl von Kirchenaustritten und der demografischen Entwicklung: „Spätestens in zehn Jahren werden die Kirchensteuereinnahmen einbrechen“, sagte Hanke. „Wir, die deutschen Bischöfe, müssen uns dringend damit befassen, wie es mit der Kirchensteuer weitergehen kann und soll“, mahnte er. „Diese Diskussion vermisse ich.“

Staatliches Geld an kirchliche Einrichtungen weitergeben

Der Eichstätter Bischof sieht die Kirchen zudem wegen der sogenannten Staatsleistungen unter Druck. „In Deutschland gibt es immer weniger Kirchenmitglieder, so dass es die Mehrheit der Deutschen irgendwann einmal nicht mehr einsehen wird, für die Kirchen zu zahlen - und eben selbst Nichtchristen den Bischof von Eichstätt indirekt über Steuern mitfinanzieren“, sagte Hanke. „Die Kirche braucht nicht eine Fülle an materiellen Mitteln“, betonte er.

„Eine Lösung wäre, dass die Kirche auf die Gelder aus den Staatsleistungen verzichtet“, erklärte der Bischof. Als andere Möglichkeit schlägt Hanke vor, dass die Kirchen das Geld, das der Staat für die Gehälter Bischöfe und Vikare überweist, direkt an kirchliche Einrichtungen weiterleitet, die der Allgemeinheit dienen: „Unsere Kindergärten oder Schulen besuchen ja auch Nichtgetaufte oder Muslime“, sagt Hanke. „Damit hätte auch der nicht kirchlich gebundene Steuerzahler die Gewähr, dass sein Geld zu allgemeinem Nutzen verwendet wird.“ Die Kirchen erhalten die Staatsleistungen als Ausgleich für frühere Enteignungen.

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Von RND/dpa/ngo

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