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Politik Briten kritisieren „Multi-Kulti-Einfluss“
Nachrichten Politik Briten kritisieren „Multi-Kulti-Einfluss“
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13:48 17.09.2018
Hunderte Flüchtlinge versuchen über den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Quelle: Yoan Valat/dpa
London

Die Briten kritisieren einer Umfrage zufolge den zunehmenden „Multi-Kulti-Einfluss“. Fast jeder Zweite glaubt demnach, dass Migranten der Kultur im Vereinigten Königreich schaden. Die meisten Befragten haben demnach zwar ein positives Bild von den Einwanderern, aber etwa vier von zehn Befragten kritisieren einen Multi-Kulti-Einfluss, wie die Tageszeitung „Guardian“ berichtete. Vor allem in ländlichen Regionen äußerten sich Menschen negativ über Migranten. Trotz vieler Vorbehalte sagten aber 60 Prozent, dass Einwanderer die Wirtschaft unterstützten.

Auch das Vertrauen in die Regierung ist laut Umfrage sehr gering: Nur etwa jeder Siebte (15 Prozent) bezeichnete den Umgang der Politiker mit dem Thema Immigration als kompetent und angemessen. Die Ergebnisse seien „ziemlich schockierend“, sagte Jill Rutter von der Denkfabrik British Future, die an der Studie beteiligt war.

Klagen über Fachkräftemangel

Das Meinungsforschungsinstitut ICM befragte 3667 Erwachsene im vergangenen Juni. British Future und die Anti-Rassismus-Gruppe „Hope not Hate“ steuerten eigene Untersuchungen aus verschiedenen Regionen des Landes zur Studie bei. Demnach gibt es in Großbritannien vor allem Vorbehalte gegenüber dem Islam.

Das Thema Migration spielt auch eine große Rolle beim Brexit. Die britische Regierung will die Zahl der Einwanderer verringern. Zugleich gibt es bereits jetzt Klagen über Mangel an Arbeitskräften, zum Beispiel in Landwirtschaft und Gesundheitswesen. Großbritannien wird am 29. März 2019 die Europäische Union verlassen.

Nach dem Austritt aus der EU „werden wir die Kontrolle über unsere Grenzen zurückbekommen und ein Einwanderungssystem installieren, das im besten Interesse Großbritanniens arbeitet“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in London zu der Studie.

May warnt Brexit-Gegner

Unterdessen hat die britische Premierministerin Theresa May die Gegner ihrer Brexit-Strategie davor gewarnt, eine von ihr erzielte Einigung mit der EU im Parlament scheitern zu lassen. „Die Alternative dazu wäre, keinen Deal zu haben“, sagte sie dem BBC.

Der Austrittstermin steht mit dem 29. März fest, ein gutes halbes Jahr davor ist Mays Regierung aber immer noch uneinig darüber, wie die Beziehungen zur EU nach dem Brexit aussehen sollten. May tritt dafür ein, in einigen Bereichen eng mit der EU verbunden zu bleiben.

Darüber sind einige prominente Brexit-Befürworter wie Ex-Außenminister Boris Johnson aus ihrem Kabinett zurückgetreten. Johnson will einen sogenannten sauberen Schnitt mit der EU. Mays Strategie gab er in einem Beitrag in der Zeitung „Daily Telegraph“ keine Chance: Ihre Verhandlungen steuerten auf einen „spektakulären politischen Autounfall“ zu.

Von RND/dpa