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Politik Caritas wirft Politikern wirklichkeitsferne Asyldebatte vor
Nachrichten Politik Caritas wirft Politikern wirklichkeitsferne Asyldebatte vor
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05:03 28.06.2018
Caritas-Präsident Peter Neher kritisiert die aktuelle Asyldebatte. Quelle: dpa
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Berlin

Die Hilfsorganisation Caritas fordert von Politikern mehr Sachlichkeit in der Flüchtlingspolitik. „Die Debatte zum Thema Flucht und Asyl hat sich längst losgelöst von der Wirklichkeit Schutz suchender Menschen. Inhumane Abschottung wird umgedeutet als notwendiger Schutz der eigenen Grenzen“, sagte Caritas-Präsident Peter Neher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Reale Zahlen spielten zurzeit keine Rolle, beklagte Neher. „Es geht darum, Stimmung und Politik zu machen mit den Unsicherheiten und Ängsten der Menschen.“

Neher warnte vor einer Verrohung der Sprache. „Begriffe wie ,Flüchtlingsstrom‘, -lawine‘ oder ,–welle‘ wollen instrumentalisieren“, betonte Neher. „Sie wollen uns vergessen lassen, dass Menschen aus ihrem Land und ihrer Heimat fliehen, weil sie unter Gewalt, Krieg und Verfolgung leiden – und nur ein kleiner Teil davon kommt überhaupt in Europa an.“

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Die EU und allen voran Deutschland stünden in der Verantwortung. „Die Politik der EU darf Menschen, die in ihren Heimatländern verfolgt werden, nicht unsicher und perspektivlos in Transitstaaten oder auf Rettungsschiffen im Stich lassen“, forderte Neher. Es gebe „keine Alternative zu humanitären europäischen Ansätzen, welche die weltweite Flüchtlingssituation berücksichtigen“.

Von RND/Marina Kormbaki