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Politik Carola Rackete kommt frei – Hausarrest aufgehoben
Nachrichten Politik Carola Rackete kommt frei – Hausarrest aufgehoben
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21:25 02.07.2019
Eine Demonstrantin hält ein Bild von der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete mit der Aufschrift "#FREECAROLA!" in der Hand. Quelle: Federico Gambarini/dpa
Rom

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, Carola Rackete, kommt wieder frei. Ein italienischer Ermittlungsrichter hob den Hausarrest gegen die 31-Jährige wieder auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstagabend berichtete. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte, Rackete solle wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit des Landes verwiesen werden.

Die 31-jährige Deutsche war mit dem Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord am Wochenende unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren und festgenommen worden.

Rackete rechtfertige ihren Entschluss mit der „sehr angespannten“ Situation an Bord. Die Staatsanwaltschaft aber sah diese Notlage nicht. Schließlich hatte Sea-Watch auch außerhalb des Hafens ärztliche Hilfe bekommen. 13 Migranten konnten zudem frühzeitig von Bord gehen.

Kommentar zu Rackete

Nichts ändert sich, wenn Carola Rackete wieder in Deutschland ist

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung und will den genauen Fortgang des Rettungseinsatzes untersuchen. Im schlimmsten Fall droht Rackete eine Haftstrafe.

Nach der Festnahme kritisierte Sea Watch die italienische sowie die deutsche Regierung:

Ursprünglich rettete Rackete insgesamt 53 Migranten vor der libyschen Küste – und über deren Verbleib wird weiter verhandelt. Sie befinden sich weiterhin auf Lampedusa. Deutschland will sich neben vier anderen Staaten an einer Lösung beteiligen. In den Fall Rackete hatte sich selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeschaltet und Italien wegen der Festnahme kritisiert.

Die Bundesregierung hatte sich generell gegen eine „Kriminalisierung von Seenotrettern“ ausgesprochen, aber von den Helfern auch die Einhaltung geltenden Rechts gefordert.

„Es gab keinen Grund, sie festzunehmen“

„Wir sind erleichtert, dass unsere Kapitänin frei ist!“, twitterte Sea Watch am Dienstagabend. Darüber hinaus kritisierte die Organisation die EU: „Es gab keinen Grund, sie festnehmen zu lassen, da sie sich lediglich für Menschenrechte im Mittelmeerraum eingesetzt und Verantwortung übernommen hat, wo keine europäische Regierung es tat.“

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Von RND

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