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Politik Christian Wulff sorgt mit neuem Job für Kritik
Nachrichten Politik Christian Wulff sorgt mit neuem Job für Kritik
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10:34 06.08.2017
Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff arbeitet für das türkische Modelabel „Yargici“. Quelle: imago
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Hannover

Seit Ende April arbeitet der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff für das deutsche Tochterunternehmen des türkischen Modelabels „Yargici“ als Prokurist. Das berichtet die „Bild am Sonntag“. Bei SPD und Linken sorgt der neue Nebenverdienst für Unverständnis – schließlich erhält Wulff als ehemaliges Staatsoberhaupt einen Ehrensold von derzeit 236.000 Euro, für den der Steuerzahler aufkommt.

„In der Regel übernehmen Alt-Bundespräsidenten Ehrenämter und werden nicht Prokuristen von Modefirmen. Der lebenslange Ehrensold wird schließlich gewährt, damit ehemalige Staatsoberhäupter nicht gezwungen sind, sich etwas dazu verdienen zu müssen“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner der Zeitung.

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Wagenknecht will Missstände beheben

Auch die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, moniert Wulffs neues Engagement: Es könne nicht sein, dass Wulff jährlich Geld vom Steuerzahler erhalte und private Einkünfte überhaupt nicht angerechnet würden. Diese Praxis sei inakzeptabel und befördere Politikverdrossenheit, so die 48-Jährige. Ihre Partei will deswegen eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen. „Wir werden im Bundestag einen Antrag einbringen, der diesen Missstand behebt.“

Wulff selbst äußerte sich zu seinem neuen Verdienst als Prokurist nicht. „Sie wissen, dass das rechtsanwaltliche Standesrecht uns verbietet, solche Fragen zu beantworten“, ließ er über eine Mitarbeitern ausrichten.

Der ehemalige Bundespräsident berät „Yargici“ offenbar seit Anfang des vergangenen Jahres juristisch. Damals startete das türkische Unternehmen in Deutschland: „Im Grunde war es Herr Wulff, der das Unternehmen dazu motiviert hat, in Deutschland zu starten“, betont der Geschäftsführer Erik Schaap. Auch bei der Eröffnung der ersten deutschen Filiale im Mai in Hamburg waren Wulff und seine Frau als Ehrengäste dabei.

Von RND/dpa

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