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13:13 17.09.2016
Hat die Hölle des Islamischen Staates überlebt: Nadia Murad wird Sonderbotschafterin der UN. Quelle: dpa
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New York

Als Sonderbotschafterin für Opfer des Menschenhandels haben die Vereinten Nationen die heute 23-Jährige ernannt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Jesidin, die in Baden-Württemberg Zuflucht gefunden hatte, als „kämpferische und rastlose Verfechterin des jesidischen Volkes“. Die Irakerin habe in Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unsäglichen Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen erlitten und großen Mut dabei bewiesen, nun gegen solche Verbrechen anzukämpfen, sagte Ban.

Ihre Geschichte ist bedrückend. Am 3. August 2014 sind IS-Schergen in ihr Dorf eingefallen, haben Angehörige von ihr ermordet und verschleppt. 44 Familienmitglieder verlor die Jesiden bei diesem Blutbad. Nadia Murad kam in Gefangenschaft, wurde gequält und gedemütigt. Nach drei Monaten gelang ihr die Flucht.

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Amal Clooney steht der Jesidin zur Seite

Rund 1000 Opfer des IS-Terrors kamen über ein Sonderprogramm in den deutschen Südwesten. Auch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) war in New York bei der Ernennung Murads zur UN-Sonderbotschafterin dabei. Sie zeigte sich unter anderem auf Twitter an der Seite der jungen Jesidin. Die 23-Jährige wurde auch von ihrer Anwältin Amal Clooney begleitet, der Ehefrau von Hollywoodstar George Clooney.

Murad soll in ihrer neuen Rolle als Sonderbotschafterin vor allem auf das Leid der zahllosen Opfer von Menschenhandel aufmerksam machen, darunter besonders Flüchtlinge, Frauen und Mädchen.

Hollywoodstar Nicolas Cage wird Sonderbotschafter

Weitere Sonderbotschafter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit Sitz in Wien sind die US-Schauspieler Mia Sorvino („Geliebte Aphrodite“) und Nicolas Cage („Wild at Heart“). UNODC hat eine führende Rolle in der Drogenkontrolle und kämpft zudem gegen alle Formen der organisierten Kriminalität wie Geldwäsche, Korruption und Menschenhandel.

Die Menschenrechtsanwältin Clooney will Murads Anliegen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen und erreichen, dass die Verbrechen an den Jesidinnen als Völkermord anerkannt und die Täter verurteilt werden. Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die vor allem im Norden des Iraks lebte, bis der IS die Region Anfang August 2014 überrannte. Murad und ihre Anwältin waren vor kurzem auch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart zusammengetroffen.

Von RND/dpa