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Politik „Das hilft keinem Schwein“ – Tierwohl-Label sorgt bereits für Kritik
Nachrichten Politik „Das hilft keinem Schwein“ – Tierwohl-Label sorgt bereits für Kritik
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09:41 06.02.2019
Agrarministerin Julia Klöckner will mit dem neuen Tierwohllabel die Haltungsbedingungen für Schweine verbessern. Quelle: dpa
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Berlin

Nach jahrelangen Diskussionen stellt Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch die Kriterien des geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichens für Fleisch im Supermarkt vor. Dabei geht es um Anforderungen an eine bessere Tierhaltung, etwa für mehr Platz im Stall, aber auch bei Transporten und der Schlachtung.

Die Kennzeichnung soll Verbrauchern eine Tierhaltung deutlich über den gesetzlichen Vorgaben garantieren und drei Stufen haben. Umwelt- und Verbraucherschützer und die Grünen kritisieren, dass dies für Bauern nicht verpflichtend sein soll.

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Foodwatch: Klöckner muss für gesetzliche Vorgaben sorgen

Der Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Martin Rücker, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Anstatt ein weiteres rein freiwilliges Siegel auf den Markt zu bringen, muss sich Julia Klöckner für gesetzliche Vorgaben einsetzen, damit alle und nicht nur einige wenige Nutztiere tiergerecht gehalten werden.“

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Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, Bürger hätten das Recht zu erfahren, wie die Tiere gehalten wurden, deren Produkte sie essen. „Dafür brauchen wir eine verbindliche Fleischkennzeichnung - kein freiwilliges Wischiwaschi-Label.“ Auch Grünen-Chef Robert Habeck kritisierte die Unverbindlichkeit des Labels:

„Das hilft keinem Schwein, Hühnern und Rindern schon gar nicht, und den Verbrauchern auch nur bedingt“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor Rückschritten für den Tierschutz. Statt eine überflüssige freiwillige Kennzeichnung mit Millionen an Steuergeld zu finanzieren, müsse die Ministerin Bauern bei mehr Tier- und Klimaschutz helfen.

„Eindeutig über dem gesetzlichen Standard“

Das staatliche Logo soll voraussichtlich ab 2020 für Schweinefleisch in den Handel kommen. Schon die erste der drei Stufen soll „eindeutig über dem gesetzlichen Standard liegen“, eine zweite und eine dritte Stufe sollen für jeweils höhere Tierwohl-Anforderungen stehen.

Schon zuvor wollen die Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe ab 1. April einheitliche Packungsaufdrucke mit der Aufschrift „Haltungsform“ für Rinder- und Schweinefleisch sowie Geflügel in die Läden bringen. Das vierstufige System beginnt aber im Unterschied zu Klöckners Plänen schon mit dem gesetzlichen Standard.

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Von RND/dpa/lf

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