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Politik Die armen CSU-Männer und die Frauenquote
Nachrichten Politik Die armen CSU-Männer und die Frauenquote
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19:00 19.10.2019
Als Edmund Stoiber (links) CSU-Chef war, gab es in der Partei noch keine Frauenquote. Sein aktueller Nachfolger Markus Söder plädierte nun für eine Ausweitung, konnte sich aber nur zum Teil durchsetzen. Quelle: imago images/kolbert-press
München

Um ein Haar ist CSU-Chef Markus Söder an einer Niederlage vorbeigeschrammt. Die Delegierten des CSU-Parteitags waren drauf und dran, ihm die Frauenquote aus der Hand zu schlagen, die nun nicht mehr nur für den Landesvorstand und die Bezirksvorstände, sondern auch für die Kreisvorstände gelten soll.

Vor allem Männer fanden die altbekannten Argumente, warum nicht geändert werden sollte, was ihnen bisher die Posten ganz gut gesichert hat. Frauen könnten ja alles werden in der CSU, wenn sie nur wollten und die Besten seien für einen Job.

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Ja, genau: An der Leistungsfähigkeit der Frauen liegt es, dass die CSU (und im Übrigen nicht nur die, in den Führungsetagen vieler Unternehmen gilt das selbe) seit Jahrzehnten männerdominiert ist.

Die armen Jungs sind sozusagen gezwungen, alles unter sich auszukungeln, natürlich streng nach dem Leistungsprinzip. Fauler kann eine Ausrede kaum sein.

Angeführt wurde bei der CSU allen Ernstes auch, dass die gleiche Berücksichtigung von Männern und Frauen die Männer diskriminiere, von denen dann einige ihre Posten räumen müssten.

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Da kommen wir der Wahrheit schon näher: Gleichberechtigung bedeutet auch Verzicht – und zwar bei anderen, als denen, die bisher verzichten mussten.

Die CSU hat sich für einen Kompromiss entschieden, der die Frauenquote für Kreisvorstände empfiehlt - aber nicht vorschreibt.

Söder hat eine Niederlage vermieden, die CSU hat eine Chance verpasst. Aber einen kleinen Schritt vorwärts ist sie immerhin gegangen. Wobei der Fortschritt auch darin liegen kann, dass die Furcht vor einer Quote so groß ist, dass bei der nächsten Postenvergabe tatsächlich mehr nach fähigen Frauen gesucht wird.

Von Daniela Vates/RND

Der Plan der CSU-Führung, die Frauenquote auch für Kreisvorstände einzuführen, sorgt für eine heftige Debatte auf dem CSU-Parteitag. Verabschiedet wird schließlich ein Kompromiss, der aus der Muss- eine Kannbestimmung macht.

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