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Politik Freigelassener Student liegt seit 15 Monaten im Koma
Nachrichten Politik Freigelassener Student liegt seit 15 Monaten im Koma
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20:49 15.06.2017
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Cincinnati

Der aus Nordkorea freigelassene US-Student Otto Warmbier hat während seiner Haft in dem kommunistischen Land eine „ernste neurologische Verletzung“ erlitten. Das sagte sein Vater Fred Warmbier am Donnerstag in Cincinnati (Ohio). Ein ausführlicher Krankenbericht der behandelnden Ärzte wird noch im Laufe des Donnerstags (Ortszeit) erwartet.

Warmbier war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Davon verbrachte er 17 Monate in Nordkorea, ehe er am Dienstag im Koma liegend in die USA zurückgebracht wurde. Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt. Einen Einfluss des Ex-Basketballers Dennis Rodman, der diese Woche in Nordkorea weilt, verneinten Vertreter der USA und Nordkorea.

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Nordkorea: Freilassung aus „humanitären Gründen“

Otto Warmbier wurden Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vorgeworfen. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen. Die Familie hält das für vorgeschoben.

Die Eltern hätten vor einer Woche erfahren, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt. Die nordkoreanische Seite begründete den Zustand Warmbiers mit einer Botulismus-Erkrankung (Fleisch- oder Wurstvergiftung). Nach der Einnahme einer Schlaftablette sei er nicht mehr aufgewacht.

„Daran glauben wir nicht“, sagte sein Vater. Sein Sohn habe unter einem „brutalen, terroristischen Regime“ gelitten, äußerte Fred Warmbier. Sie hätten seinen Sohn wie einen Kriegsgefangenen behandelt, wie eine Geisel, erhob er schwere Vorwürfe gegen das Kim-Regime. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Donnerstag, die Haftentlassung sei aus „humanitären Gründen“ erfolgt.

Von RND/dpa

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