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Politik Neue Details: Strache-Vertrauter hatte über Monate Kontakt zu vermeintlicher Oligarchin
Nachrichten Politik Neue Details: Strache-Vertrauter hatte über Monate Kontakt zu vermeintlicher Oligarchin
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19:51 19.05.2019
Johann Gudenus (links) und Heinz-Christian Strache (beide FPÖ) Quelle: Herbert Neubauer/APA/dpa
Wien

Eine einmalige, „b`soffne G´schicht“ sei das alles gewesen. Das erklärte der mittlerweile zurückgetretene FPÖ-Chef und Vizekanzler von Österreich, Heinz-Christian Strache, unlängst über die Video-Affäre, die ihn so schnell zu Fall brachte. In dem Video wurde aus einer Alkohol- und Prahllaune heraus, so Strache, mit Johann Gudenus, damals Wiener Vizebürgermeister und bis zu der Affäre Fraktionschef der FPÖ, und einer vermeintlichen russischen Oligarchin 2017 auf Ibiza über das Zuschanzen von öffentlichen Aufträgen sinniert. Auch die Übernahme der einflussreichen „Kronen Zeitung“ durch die Oligarchin war Thema. Die russischen Millionen sollten gezielt eingesetzt, die FPÖ noch weiter nach vorne spülen. Mehr als dieses eine Gespräch auf Ibiza habe es allerdings nicht mehr gegeben – versicherte Strache in seiner Erklärung nach dem Bekanntwerden des Skandals. Doch auch diese Aussage wird jetzt wohl der Lüge überführt.

Laut „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“, die den Skandal im Nachbarland publik machten, soll Gudenus bereits monatelang vor dem Treffen auf Ibiza zu der vermeintlichen Oligarchin Kontakt gehalten haben. So habe Gudenus mit den vermeintlichen Kontaktpersonen zu der Oligarchin über Wochen das Treffen auf der spanischen Insel vorbereitet. Strache soll davon stets in Kenntnis gesetzt, sogar dazu gebrieft worden sein.

Auch nach dem „b’soffne“ Abend auf Ibiza habe es weitere Treffen gegeben. Das belegen Audio-Aufnahmen, die den beiden Redaktionen des „Spiegel“ und der „Süddeutschen“ vorliegen sollen. Die Treffen sollen in Wien stattgefunden haben. Gudenus wollte sich zu den neuen Vorwürfen nicht äußern.

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