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Politik Klimademos nach der Schule wären allen egal
Nachrichten Politik Klimademos nach der Schule wären allen egal
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16:10 01.03.2019
Klimaaktivistin Greta Thunberg bei ihrem Besuch in Hamburg. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg

Greta Thunberg hat Recht. Nicht nur mit ihrer Forderung, doch bitte zumindest das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Sondern auch damit, fürs Streiken freitags nicht zur Schule zu gehen.

Wären ihre Klimaproteste nicht gleichzeitig auch Schulstreiks, würde der schwedischen Klimaaktivistin und ihren Mitstreitern vermutlich niemand zuhören. Stattdessen schaffen es Demonstrationen mit Greta Thunberg wie diesen Freitag in Hamburg in sämtliche Medien.

„Engagement gehört in die Freizeit“

Klar, Bildung ist wichtig, die Schulpflicht auch. Darauf hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Vorfeld der Demonstration in Hamburg hingewiesen. „Auch unterstützenswertes Engagement gehört in die Freizeit und rechtfertigt nicht das Schulschwänzen“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Aber die Botschaft der jungen Demonstranten ist ja gerade die: Wir haben ein ganz anderes, viel größeres und dringenderes Problem. Und zwar den Klimawandel. Würde es Politiker und die Öffentlichkeit beeindrucken, wenn die Jugendlichen samstags demonstrieren? Also dann, wenn es niemanden stört und sie keine Strafen zu befürchten haben? Vermutlich nicht.

Man hört sie deshalb an, weil ihnen der Klimaschutz anscheinend so wichtig ist, dass sie dafür auch Fehlzeiten und schlechte Noten riskieren.

Der Elefant im Raum

Natürlich ist das Ganze auch irgendwie ein Hype. Eine 16-Jährige mit Rehaugen und Flechtzöpfen, die den Mächtigen der Welt vorwirft, ihre Zukunft zu ruinieren, zieht Aufmerksamkeit.

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Aber Thunbergs Engagement hat Zehntausende Jugendliche zum Protestieren bewogen. Und es braucht ihre Stimme, um auf den Elefanten im Raum aufmerksam zu machen, den viele erfolgreich übersehen: Den Klimawandel, den wir immer noch verstärken und dessen Folgen wir nicht mal abschätzen können.

Wenn die Schüler von heute brav lernen und mit dem Protest bis zu ihrem Abschluss warten, ist es wahrscheinlich schon zu spät.

Hintergrund: Die Autorin der Kommentars, Elena Butz, ist 21 Jahre alt und studiert Politikwissenschaften. Derzeit macht sie ein Praktikum im Hauptstadtbüro des RND in Berlin. In ihrem Alltag versucht sie, umweltbewusst zu leben. Für Urlaube nimmt sie jedoch Flugreisen in Kauf – um ihren Horizont zu erweitern.

Von Elena Butz/RND

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