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Politik Nach Hass-Mail: AfD-Sprecher muss Posten räumen
Nachrichten Politik Nach Hass-Mail: AfD-Sprecher muss Posten räumen
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17:28 09.12.2018
Horst Juhlemann steht massiv in der Kritik. Quelle: NN
Brandis

Trotz der massiven Kritik an den Äußerungen gegenüber des Wurstproduzenten Rügenwalder Mühle bleibt AfD-Sprecher Horst Juhlemann weiter in der Partei. Auf dem Parteitag des AfD-Kreisverbandes Landkreis Leipzig am Sonntag in Brandis habe Juhlemann einen Austritt abgelehnt, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann. „Leider“, so der Brandiser.

Das ist passiert:
AfD-Sprecher beschwert sich über „Afrikaner“ im Rügenwalder-Spot

Die Causa Juhlemann sei intensiv diskutiert worden, so Herrmann weiter. „Eine erdrückende Mehrheit“ im Kreisverband habe sich entsetzt gezeigt. Der Vorstand sei aufgefordert worden, ein Verfahren anzustreben, bei dem am Ende „nur ein Parteiausschluss“ stehen könne.

Rassistische Äußerungen sorgen bundesweit für Entsetzen

Juhlemann hatte mit einer Mail an das Familienunternehmen in Zwischenahn (Niedersachsen) bundesweit für Empörung gesorgt. Anlass für seine rassistischen Äußerungen war ein Werbespot, in dem die Rügenwalder Mühle für ihre Wurstprodukte warb.

Im Clip sitzen gut gelaunte Mitarbeiter des Unternehmens an einer langen Tafel und teilen sich Wurstbrote. Unter ihnen auch ein dunkelhäutiger Mann, der seit vielen Jahren im Unternehmen arbeitet und einen deutschen Pass besitzt. Juhlemann nahm Anstoß am „harmonischen Integrieren ... von Bürgern aus Afrika in fröhlicher Genießerrunde“.

Juhlemann muss aus Vorstand zurücktreten

Damit löste der Bad Lausicker Stadtrat und Kreisrat eine Welle des Entsetzens aus. Wie berichtet, distanzierten sich Mitglieder im eigenen Kreisverband von ihm. Aber auch in anderen Kreisverbänden wie beispielsweise in Oldenburg/Ammerland zeigte man sich empört von dieser Geisteshaltung.

Mit einer Entschuldigung bei der Rügenwalder Mühle will der Vorstand des Kreisverband Landkreis Leipzig jetzt die Wogen glätten. Diese wird allerdings nicht mehr vom bisherigen Sprecher verfasst. Juhlemann musste am Sonntag aus dem Vorstand und von seinem Posten als Sprecher zurücktreten.

Die Rügenwalder Mühle hat dagegen auf juristische Konsequenzen verzichtet. Man wolle den Vorfall in der Öffentlichkeit nicht weiter forcieren. Im Unternehmen seien knapp 20 Nationalitäten vertreten, das wolle man in der eigenen Werbung auch so darstellen. Dem betroffenen Kollegen würde eine Welle der Solidarität entgegengebracht.

Von RND/Birgit Schöppenthau

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