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Politik Nach Köthen-Demo: Randale und rechte Parolen in Magdeburg
Nachrichten Politik Nach Köthen-Demo: Randale und rechte Parolen in Magdeburg
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17:39 17.09.2018
Teilnehmer der rechtsgerichteten Quelle: imago/Christian Mang
Magdeburg


Nach einer rechtsgerichteten Demo in Köthen haben mehrere Teilnehmer bei der Rückreise am Magdeburger Hauptbahnhof randaliert. Sie griffen auch Polizeibeamte an. Die rund 20-köpfige Gruppe habe am späten Sonntagabend im Bahnhof einen Böller gezündet und rechte Parolen skandiert, teilte die Bundespolizei am Montag mit. Ein Mann warf mit einer Flasche nach einem Reisenden, verfehlte ihn aber.

Als ein Beamter die Identität des Mannes feststellen wollte, wurde er den Angaben zufolge mehrfach angegriffen, zu Boden gestoßen und geschlagen. Erst als Verstärkung kam, flüchtete die Gruppe. Sieben Männer wurden wenig später in der Nähe des Bahnhofs gestellt. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

Zwei Ermittlungsgruppen der Polizei

Die Polizei hat nach dem Herzinfarkt-Tod eines 22-Jährigen und den anschließenden Demonstrationen in Köthen inzwischen zwei Ermittlungsgruppen gegründet. Seit Ende voriger Woche arbeite das fünfköpfige Team „Köthen“ den nächtlichen Streit und den Tod des Mannes auf, sagte der Leiter der Polizeidirektion in Dessau-Roßlau, Matthias Cichosz, am Montag in Magdeburg. Ein vierköpfiges Team mit dem Namen „Mikro“ befasse sich mit den Straftaten am Rande der rechtsgerichteten Demos und des Gegenprotests.

Die Ermittler hätten sich auch vorher mit den Vorfällen beschäftigt. Mit den Ermittlungsgruppen seien sie jedoch nur darauf konzentriert.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) dankte den Polizeikräften und sprach von einem „guten und umsichtigen Einsatz“ am Sonntagabend Die Unterstützung durch die Bundespolizei sowie aus sechs Bundesländern sei ein sichtbares Zeichen für Solidarität, sagte er der Deutschen Presseagentur dpa.

Köthen plant Fest für Demokratie

Nach der erneuten rechtsgerichteten Demo und Gegenprotest will die sachsen-anhaltische Kleinstadt nun ihre demokratische Bürgerschaft stärken. Die Stadt wolle gemeinsam mit der Hochschule am 29. September ein Fest der Demokratie ausrichten, um ein Zeichen zu setzen, sagte Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) der dpa. „Köthen ist bunt, war bunt und bleibt bunt“, ergänzte er.

In der Nacht zum 9. September war ein schwer herzkranker Deutscher an einem Infarkt gestorben, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Rechtsgerichtete Gruppen mobilisierten seither bereits drei Mal zu Protestaufmärschen, unter die sich auch Hunderte Rechtsextremisten mischten. Auch Gegenprotestanten zogen auf. Die meisten Anzeigen wurden am Rande der rechten Demos aufgenommen.

Von RND/dpa