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Politik Nordkorea will Wirtschaft vorantreiben – und wohl auch den Raketenbau
Nachrichten Politik Nordkorea will Wirtschaft vorantreiben – und wohl auch den Raketenbau
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11:17 13.11.2018
Nordkoreas Energiedefizit gilt als wunder Punkt für Staatschef Kim Jong Il. Quelle: AP/Evan Vucci,
Pjöngjang

Nordkoreas Energiehunger wächst. Doch inmitten der Bemühungen von Staatschef Kim Jong Il, die Wirtschaft anzukurbeln, stockt der Nachschub. Das Lang hat Probleme, dieses Defizit auszugleichen. Für Kim Jong Il ist das eine Achilles-Ferse. Und sollten die Atomgespräche mit den USA wieder in Gang kommen, zählt die Unterstützung beim Kampf gegen das chronische Energiedefizit zu den größten Jokern, die Donald Trump aus dem Ärmel ziehen könnte, um Nordkorea zur Abrüstung zu bewegen.

Schon in den 1990er Jahren versuchten die USA, Südkorea und Japan einen solchen Deal. Sie waren sogar bereit, zwei Atomreaktoren zu finanzieren und zu bauen. Jetzt könnte ein solcher Vorstoß neue Aktualität gewinnen.

Jahrelange Sanktionen haben ihre Spuren im Vorrat Nordkoreas an importierten fossilen Brennstoffen hinterlassen. Zugleich haben sie das Land dazu getrieben, einen Energiemix zusammenzuflicken, der mehr oder weniger über die Runden hilft.

Die Lage: Nordkoreas Ölverbrauch jährlich so hoch wie der der USA in zwölf Stunden

Derzeit verbraucht die 25-Millionen-Einwohner-Nation jährlich etwa so viel Strom wie die US-Hauptstadt Washington. Auf nächtlichen Satellitenbildern erscheint das sozialistische Land als weitgehend schwarzer Fleck inmitten der hellen Lichter in China, Südkorea und Japan. Südkorea, mit etwa doppelter Einwohnerzahl, verbrauchte 2014 rund 40 Mal mehr Strom als der Norden. Und der Rohölverbrauch Nordkoreas liegt im ganzen Jahr so hoch wie der der USA in nur zwölf Stunden.

Etwa die Hälfte des Stroms, der ins Netz eingespeist wird, kommt aus Wasserkraft. Die andere Hälfte wird mit Kohle erzeugt. Das Netz selbst ist schwach, veraltet und reparaturbedürftig.

Wo Strom fließt, ist er ungleichmäßig verteilt. Die Vorzeige-Hauptstadt und Städte in der Nähe von Kohle- oder Wasserkraftwerken bekommen am meisten ab. Auch Militäreinrichtungen haben Vorrang und häufig ihre eigene Versorgung. Ebenso wichtige Partei- und Regierungseinheiten, einige noble Wohnhäuser und Hotels in der Hauptstadt und auch manche Restaurants. Scheinwerfer, die Porträts der nordkoreanischen Führer anstrahlen, scheinen nie zu erlöschen.

Doch Schwankungen und Flackern hier und da sind selbst an bevorzugten Orten nicht außergewöhnlich. Wo die Lichter ausgehen, kommen Taschenlampen in den Straßen und Wohnungen zum Einsatz – zumindest in der Stadt. In ländlichen Gegenden herrscht häufig Dunkelheit.

Aktuelle Brisanz: US-Experten sprechen von geheimem Raketenbau in Nordkorea

US-Experten haben nach eigenen Angaben 13 geheime Standorte des nordkoreanischen Raketenprogramms lokalisiert. Mithilfe kommerzieller Satteliten seien die Anlagen aufgespürt worden, in denen die Führung in Pjöngjang Raketen und andere Technologien entwickle und baue, hieß es am Montag in einem Bericht des Forschungsinstituts Center for Strategic and International Studies.

Es wird geschätzt, dass Nordkorea an insgesamt 20 geheimen Standorten weiter Raketen baut, auch wenn es seine Tests nach einem Treffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Juni eingestellt hatte.

An den entdeckten Standorten gebe es keine Startvorrichtungen, und teilweise seien sie auch sehr rudimentär, hieß es in dem Bericht. Sie zeigten aber das Ausmaß des nordkoreanischen Raketenprogramms und die Entschlossenheit, dieses auch geheim zu halten, schrieben die Autoren.

Das Öl: Nordkorea zapft „Freundschafts-Öl-Pipeline“ aus China an

Um seine Wirtschaft am Laufen zu halten, muss Nordkorea jährlich rund drei bis vier Millionen Barrel (477 bis 636 Millionen Liter) importieren. Der Großteil kommt über die „Freundschafts-Öl-Pipeline“ aus China. Die zwischen 1974 und 1976 gebaute Leitung verläuft von der Grenzstadt Dandong unterhalb des Yalu-Flusses zu einem Lager auf nordkoreanischer Seite, das etwa 13 Kilometer außerhalb der Stadt Sinuiju liegt. Von dort aus wird das Öl übers Land verteilt.

Per Lastwagen oder Zug geht es an die Ostküste, wo es im Hafen von Munchon gelagert wird. Weitere Ladungen werden zum Hafen Nampo und an ausgewählte Adressen in der Hauptstadt transportiert: an die Streitkräfte, Ministerien und staatliche Unternehmen.

Eine Raffinerie in Ponghwa verarbeitet das Öl aus der chinesischen Pipeline. Eine weitere Raffinerie, in den 1970er Jahren von der Sowjetunion erbaut, machte 1995 dicht. Die Pipeline, die von Sibirien aus dorthin führte, ist längst außer Betrieb.

Unter den im vergangenen Jahr verhängten UN-Sanktionen darf Nordkorea derzeit höchstens vier Millionen Barrel Rohöl und eine halbe Million raffinierter Produkte einführen. Neben China liefern russische Tanker die flüssige Ware nach Munchon oder Hungnam. Auch im Nahen Osten und auf dem freien Markt findet Nordkorea Lieferanten.

Nach US-Angaben stockt Pjöngjang seine Vorräte mit illegalen Transfers auf. UN-Botschafterin Nikki Haley erklärte im September vor dem Weltsicherheitsrat, die USA hätten in den ersten acht Monaten dieses Jahres mindestens 148 Fälle solcher unerlaubten Lieferungen von raffinierten Öl-Produkten verfolgt. Insgesamt gingen die USA davon aus, dass Nordkorea in dieser Zeit das Vierfache des Erlaubten erhalten habe, sagte Haley.

Transport: Nordkoreas Fahrzeug-Importe steigen an

Derweil nehmen die Importe von Autos, Lastwagen und Traktoren zu, wie aus Recherchen der Wissenschaftler David von Hippel und Peter Hayes vom Nautilus Institute in Kalifornien hervorgeht. Auch E-Bikes und Elektroroller sind demnach im Kommen. Die Stärkung des Transportsektors geht wiederum einher mit dem Bedarf an mehr Energie.

Dabei weisen steigende Importzahlen von Diesel- oder Benzin-Generatoren und Solarpaneelen darauf hin, dass sich die Nordkoreaner zunehmend um eine Versorgung abseits des nationalen Stromnetzes bemühen. Wer über das nötige Geld und ausreichend Einfluss verfügt, kann sich Geräte sichern, die für mehr als nur Beleuchtung oder Fernsehbetrieb sorgen: Die starken Generatoren können Restaurants am Laufen halten, Wohnblocks – oder auch militärische Einrichtungen.

Von RND/AP/dpa/jw

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