Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Paris und London intensivieren gemeinsamen Grenzschutz
Nachrichten Politik Paris und London intensivieren gemeinsamen Grenzschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 19.01.2018
Wurden sich in vielen Punkten der Verteidigung und des Grenzschutzes handelseinig: Die britische Premierministerin Theresa May und der französische Präsident Emmanuel Macron. Quelle: imago/PA Images
Anzeige
Sandhurst

Großbritannien und Frankreich haben einen schärferen Grenzschutz vor illegalen Migranten vereinbart. London zahlt Paris für neue Sicherheitsmaßnahmen am Ärmelkanal 44,5 Millionen Pfund (etwa 50 Millionen Euro). Das erklärten Premierministerin Theresa May und der französische Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag nach ihrem Regierungsgipfel in Sandhurst westlich von London. Das Geld soll etwa für Videoanlagen oder Zäune in der Calais und anderen französischen Orten verwendet werden, um Menschen vor der illegalen Einreise nach Großbritannien abzuhalten.

Außerdem vereinbarten beide Länder eine stärkere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Forschung und Terrorbekämpfung. Auch die Chefs der Geheimdienste waren zu dem Treffen angereist. Es war Macrons erster offizieller Besuch in Großbritannien seit Amtsantritt. Kritisch äußerte er sich zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens: Er bedauere dies sehr, aber „respektiere die Entscheidung“.

Anzeige

Macron und May unterschrieben einen neuen Einwanderungsvertrag. Er ergänzt die 15 Jahre alten Vereinbarungen von Le Touquet für die Zusammenarbeit im Kampf gegen Schleuser und illegale Einwanderung.

„Wir müssen die Zahl der Menschen, die aus Calais kommen, reduzieren“, sagte May. Die britische Grenze wird faktisch in Nordfrankreich bewacht: In der Hafenstadt Calais verhindern französische Polizisten, dass Migranten auf Lastwagen mit Ziel Großbritannien klettern. Pässe werden im Hafen von Calais von britischen Beamten kontrolliert. Wer nicht ins Land darf, muss in Frankreich bleiben. Umgekehrt kontrollieren Franzosen schon auf englischem Boden, ob Reisende nach Frankreich dürfen.

Nach britischen Angaben gab es 2015 mehr als 80 000 Versuche, illegal von Frankreich aus ins Vereinigte Königreich einzureisen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch etwa 30 000. Ein Grund dafür sei auch die Räumung des riesigen Elendslagers „Dschungel von Calais“ im Oktober 2016, in dem bis zu etwa 8000 Menschen lebten.

Von dpa/RND

Politik Interview mit Manuela Schwesig - Manuela Schwesig hadert mit GroKo-Entscheidung
19.01.2018
19.01.2018
19.01.2018