Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik SPD-Vorsitz: Kann Jan Böhmermann es schaffen?
Nachrichten Politik SPD-Vorsitz: Kann Jan Böhmermann es schaffen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:40 30.08.2019
Jan Böhmermann auf der Bühne des Congress-Centrums der dmexco 2018 Fachmesse für digitales Marketing und Werbung auf der Koelnmesse. Quelle: imago images / Future Image
Berlin

„Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der SPD werden.“ Mit diesem Satz hat der Satiriker in seiner ZDF-Show „Neo Magazin Royal“ seine Kandidatur für den Vorsitz der SPD verkündet. Ein Gag, der ihm viel Aufmerksamkeit bringt. Kurz vor Ende der Anmeldefrist für Kandidaturen am Sonntag um 18 Uhr ist das ein guter Anlass zu schauen: Welche Voraussetzungen müssen diejenigen erfüllen, die für den SPD-Vorsitz kandidieren wollen? Wer ist bislang sicher im Rennen? Hätte Böhmermann überhaupt eine Chance, zumindest eine Nominierung zu bekommen und sich bei den Regionalkonferenzen den Mitgliedern zu präsentieren?

Was brauchen Kandidaten, um für den SPD-Vorsitz nominiert zu werden?

Diesmal soll die Entscheidung über den SPD-Vorsitz nicht in kleinen Machtzirkeln im Hinterzimmer fallen. Deshalb steht das Rennen jetzt im Prinzip allen in der Partei offen. Um eine Vielzahl nicht ernst gemeinter oder nicht ernst zu nehmender Kandidaturen zu vermeiden, hat der SPD-Vorstand ein paar formale Hürden aufgebaut. Konkret heißt das: Jeder Kandidat und jedes Kandidaten-Duo, das sich um die Parteiführung bewirbt, braucht die offizielle Nominierung durch fünf Unterbezirke oder einen Bezirk oder einen Landesverband der Partei.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Böhmermann das schaffen könnte?

Das scheint auf die Schnelle fast ausgeschlossen. Insofern ist Böhmermanns verspäteter Auftritt auch ein guter Hinweis darauf, dass ihm selbst womöglich vor der Vorstellung graut, auf 23 Regionalkonferenzen auftreten zu müssen. Mehrere der bislang nominierten Teams sind den Weg gegangen, sich durch fünf Unterbezirke nominieren zu lassen. Dies jetzt aus dem Stand bis Sonntag zu schaffen, ist schon praktisch so gut wie unmöglich – mal abgesehen davon, dass es ja auch erst mal Unterstützer bräuchte. Einen Landes- oder auch nur einen Bezirksvorstand davon zu überzeugen, dass die Kandidatur eines Satirikers der SPD hilft, dürfte auch schwierig sein.

Wer ist denn bislang nominiert?

Bislang sechs Kandidaten-Duos haben ihre Bewerbung eingereicht und die erforderlichen Voraussetzungen nachgewiesen. Das sind folgende Teams:

· die frühere NRW-Familienministerin Christina Kampmann und der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth

· die Bundestagsabgeordnete Nina Scheer und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach

· die brandenburgische Landtagsabgeordnete Klara Geywitz und Vize-Kanzler Olaf Scholz

· die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius

· die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Ökonom Dierk Hierschel

· die frühere Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan und SPD-Parteivize Ralf Stegner.

Noch eine Kleinigkeit am Rande: Ist Jan Böhmermann überhaupt SPD-Mitglied?

Nein. Er hat zwar in seiner Sendung einen ausgefüllten Mitgliedsantrag vorgezeigt. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand des zuständigen Ortsvereins – und zwar innerhalb eines Monats. Ohne Mitglied der SPD zu sein, kann natürlich niemand für den Parteivorsitz antreten. Wenn Böhmermann es ernst meinte, bräuchte er also einen Ortsvorstand, der ihn schnell und flexibel aufnimmt. Da das alles gar nicht so einfach ist, hat er ja in seinem Bewerbungsvideo bereits gesagt, Frauen die mit ihm im Duo antreten wollten und ihm Mitgliedschaft und Nominierung verschaffen könnten, sollten sich bei ihm melden.

Lesen Sie auch einen Kommentar zur SPD: Großes Kino für die Politik

Von Tobias Peter/RND

Der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat sich als vorläufig Letzter um den SPD-Vorsitz “beworben”. Er sollte wissen: Politik ist kein Spiel. Denn tatsächlich geht es um sehr viel mehr, kommentiert Markus Decker.

30.08.2019

Der britische Premier Boris Johnson hat dem Parlament des Landes eine Zwangspause auferlegt. Eine Gruppe von Angeordneten hat dagegen Einspruch eingelegt. Der wurde nun von einem schottischen Gericht abgelehnt.

30.08.2019

Ein Hardliner-Kader und die einstige Nummer zwei der Farc wollen den Kampf gegen Kolumbiens Regierung wieder aufnehmen. Präsident Duque hält dagegen - und erhebt schwere Vorwürfe gegen Venezuelas Staatschef Maduro.

30.08.2019