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Nachrichten Politik Staatsgäste für einen Abend
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07:45 14.07.2017
Bundesinnenminister Thomas de Maizière empfängt die geladenen G-20-Polizisten. Quelle: dpa
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Hamburg

Die Ersten trudeln weit vor Beginn des Konzerts ein. Eine junge Polizistin kämpft sich mit ihren Krücken die Stufen zur Elbe hinab. Es sind herzliche Begrüßungen - Kollegen umarmen sich, lächeln einander zu. Sie alle verbinden die gemeinsamen Erlebnisse, die sie während der Einsätze in Hamburg und besonders im Schanzenviertel gemacht haben. In der Elbphilharmonie durften 2000 von ihnen am Donnerstag ein kostenloses Sonderkonzert besuchen.

Optisch könnten die Beamten nicht verschiedener sein, als noch vor wenigen Tagen während des Gipfels. Statt eines im Gleichschritt marschierenden Blocks mit Uniform und weißen Helmen, tummelt sich auf der Plaza der „Elphi“ eine durchmischte Truppe: Blaue Haare, hohe Absätze, Anzüge und Treckingschuhe. „Hey, dich kenne ich doch nur mit Helm“, brüllt ein Beamter über die Köpfe der Menge. Manche haben ihre Kinder mitgebracht, andere die Partner oder die Eltern. Teamleiter trommeln ihre Mannschaften hoch über dem Hafen zusammen, sagen ein Paar lobende Worte, stoßen an - holen Nachschub.

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Birgit (53), seit über 30 Jahren Polizistin freut sich: „Ich finde das eine sehr, sehr schöne Geste. Es ist eine tolle Würdigung.“ Auch im Alltag erfahre die 53-Jährige nach dem G-20-Einsatz mehr Anerkennung für ihre Arbeit. „Aber es war auch der schlimmste Einsatz in mehr als 30 Jahren.“

Ihr Kollege Jens (53) fremdelt noch mit den positiven Erfahrungen im Alltag. „Aber so eine Danksagung wie dieses Konzert ist wirklich einmalig“, sagte er. Selbst die Stimmung bei den Polizisten, die im Schanzenviertel waren, ist ausgelassen. Ein junger Hamburger Beamter hat die Flaschenwürfe „ganz gut weggesteckt“. Er freue sich über die Anerkennung für die Polizei, die er gerade in Hamburg vor dem Gipfel noch nicht erwartet hätte.

Der offizielle Teil des Abends ist erfrischend kurz. Bundesinnenminister Thomas de Maizière ergreift nach Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) das Wort. Er dankt den Polizisten. Vor ein Paar Tagen hätten die Beamten noch die Staats- und Regierungschefs beschützt. „Aber heute“, sagt de Maizière, „sind Sie die Staatsgäste.“

Von RND/dpa