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Politik Europawahl droht zur Abrechnung mit etablierten Parteien zu werden
Nachrichten Politik Europawahl droht zur Abrechnung mit etablierten Parteien zu werden
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11:06 07.05.2019
Pro-europäische Demonstranten am Brandenburger Tor in Berlin: Viele Europäer gehen mit einer Antihaltung zur Wahl, besagt eine Studie. Quelle: imago images / Christian Spicker
Berlin

Die Europawahl droht zu einer Abrechnung mit den etablierten Parteien zu werden. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung könnten viele Europäer ihre Wahlentscheidung eher aus einer Antihaltung heraus treffen und nicht aufgrund ihrer Zustimmung zu einer Partei.

Für die Studie „Europa hat die Wahl“ hat die Bertelsmann-Stiftung in zwölf europäischen Ländern insgesamt 23.725 Wahlberechtigte befragen lassen. Nur sechs von 100 Wahlberechtigten (6,3 Prozent) identifizieren sich im Durchschnitt ausschließlich positiv mit einer Partei. Dagegen hat fast jeder Zweite (rund 49 Prozent) eine negative Parteiidentität, lehnt also eine oder sogar mehrere Parteien vollständig ab. Die Ergebnisse lagen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor Studienveröffentlichung vor.

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„Viele Bürger entscheiden sich nicht mehr für eine Partei, sondern wählen gegen solche Parteien, die sie am stärksten ablehnen“, erklärte Robert Vehrkamp, Mitautor der Studie und Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung. „Je schlechter sich Menschen von der Politik repräsentiert fühlen, desto empfänglicher werden sie für populistische Botschaften und desto eher wählen sie auch populistische Parteien“, so Vehrkamp weiter.

Populistische Parteien haben eine stabile Stammwählerschaft

Besonders stark ausgeprägt sind die Werte für Ablehnung oder Zustimmung an den politischen Rändern. Einerseits kassieren die extremen und populistischen Parteien mit rund 52 Prozent die höchsten Ablehnungswerte. Gleichzeitig haben die Rechtspopulisten mit rund zehn Prozent die höchsten und auch die Linkspopulisten mit rund sechs Prozent relativ hohe Werte bei den positiven Parteiidentifikationen. Im Klartext: Zehn Prozent der wahlberechtigten Europäer wollen eine rechtspopulistische oder rechtsextreme Partei wählen, sechs Prozent sind entschlossen, Linkspopulisten ihre Stimme zu geben.

„Die populistischen Parteien haben es in relativ kurzer Zeit geschafft, sich eine stabile Stammwählerbasis zu schaffen. Ihre gleichzeitig hohen Ablehnungswerte zeigen aber auch, wie gefährlich es für andere Parteien wäre, die populistischen Parteien nachzuahmen“, so Vehrkamp. Der Experte rät den etablierten proeuropäischen Parteien, die stark verbreitete Ablehnung populistischer Parteien noch aktiver für eine antipopulistische Gegenmobilisierung der Wähler nutzen.

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Die gute Nachricht der Studie: Zwei Drittel aller befragten Europäer (68 Prozent) wollen an der Europawahl teilnehmen. In Deutschland sagen dies sogar fast drei Viertel aller Wahlberechtigten (73 Prozent).

Von Andreas Niesmann/RND

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