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Politik Was wird aus dem Nazi-Adler in Uruguay?
Nachrichten Politik Was wird aus dem Nazi-Adler in Uruguay?
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09:09 23.06.2019
Uruguayische Arbeiter bergen im Jahr 2016 den Heckadler der „Admiral Graf Spee“. Quelle: dpa
Montevideo

Vor 80 Jahren sank das deutsche Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ auf den Grund des Río de la Plata – jetzt bereitet der Heckadler aus Bronze in Montevideo und Berlin Kopfzerbrechen. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat ein Gericht den Verkauf Reichsadlers mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz angeordnet.

Das Verteidigungsministerium von Uruguay solle die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen, berichtete die Zeitung „El País“. Die uruguayische Regierung kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

Reichsadler der „Graf Spee“ seit Jahren unter Verschluss

Seit Jahren war der Adler bei der Marineverwaltung unter Verschluss. Immer wieder wurde darüber debattiert, wie mit der Nazi-Skulptur verfahren werden sollte. So hätte der Adler etwa im Marinemuseum in Montevideo oder im Museum der Schlacht vom Río de la Plata in Sarandi del Yi ausgestellt werden können. Zu einer Entscheidung kam es allerdings nie.

Die „Graf Spee“ im Jahr 1939 Quelle: imago stock&people

Die „Admiral Graf Spee“ war zu Beginn des 2. Weltkrieg im Indischen Ozean und im Südatlantik auf Kaperfahrt und versenkte mehrere britische Frachtschiffe. Im Dezember 1939 lieferte sich das Kriegsschiff in der Mündung des Río de la Plata eine Seeschlacht mit den britischen Kreuzern „Exeter“ und „Ajax“ sowie dem neuseeländischen Kreuzer „Achilles“.

„Graf Spee“ wurde 1939 versenkt

Dabei wurde die „Admiral Graf Spee“ schwer beschädigt. Für Reparaturarbeiten lief das Schiff zunächst in Montevideo ein, musste den sicheren Hafen aber wegen diplomatischen Drucks bald wieder verlassen. Kapitän Hans Langsdorff ordnete daraufhin an, die „Admiral Graf Spee“ zu versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht dem Feind in die Hände falle. Die Matrosen setzten zuvor nach Argentinien über – viele blieben dort und gründeten Familien. Kapitän Langsdorff nahm sich das Leben.

Die „Graf Spee“ wurde von der eigenen Besatzung versenkt. Quelle: imago stock&people

Der 2,80 Meter hohe und 350 Kilogramm schwere Reichsadler vom Heck des Schiffes war 2006 von dem Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden. Er lobte die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren, sagte er im Radiosender Uruguay.

Bundesregierung will Verkauf des Reichsadlers verhindern

Laut Medienberichten könnte der Verkauf des Bronzeadlers rund vier Millionen US-Dollar (gut 3,5 Millionen Euro) einbringen. Etchegaray glaubt sogar, dass ein wesentlich höherer Preis erzielt werden könnte. „Egal ob es 5 oder 50 Millionen sind, das Wichtige ist, dass der Vertrag erfüllt wird“, sagte er in dem Radiointerview.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen.

Von RND/dpa

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