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Wie Sabine Buder für den CDU-Vorsitz kandidieren wollte

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20:07 17.11.2021
Sabine Buder will für den CDU-Vorsitz kandidieren.
Sabine Buder will für den CDU-Vorsitz kandidieren. Quelle: Marco Riedel
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Berlin

Sabine Buder sagt, die Idee mit der Kandidatur sei ihr am Montagabend gekommen. Sie habe ihre Tierarztpraxis aufgeräumt, dabei „wieder mal nur über Politik nachgedacht“ und sich geärgert, wie die CDU in der Öffentlichkeit dastehe. „Man macht sich darüber lustig, dass da drei ältere Herren für den Parteivorsitz kandidieren und die Frauen nur als Beistellpony gedacht sind“, sagt Buder und erläutert: Beistellponys würden Reitpferden gern zur Seite gestellt, nur um diesen Gesellschaft zu leisten.

„Dann muss ich wohl selber kandidieren“

Buder informierte den Kreisvorstand ihres Nachbarverbandes von den Plänen. Vorsitzende ist dort Kristy Augustin, die Landesvorsitzende der Frauenunion. Eine außerordentliche Sitzung wurde für den Dienstagabend einberufen. e. „Wie verschreckte Häschen“ kämen ihr manche vor. Sie habe sich gesagt: „Dann muss ich wohl selber kandidieren.“ Seit drei Jahren ist die 37-Jährige nun in der CDU, sie ist Fraktionsvorsitzende in ihrem Heimatort Biesenthal und Vizechefin der CDU Barnim. ve

Sie hat für den Bundestag im Wahlkreis Märkisch-Oderland/Barnim II kandidiert und den Einzug knapp gegen die SPD-Konkurrentin verloren. Aber in Brandenburg hatte die vierfache Mutter das beste CDU-Erststimmenergebnis.

Mut oder Marketingcoup

Buder informierte den Kreisvorstand ihres Nachbar-Verbandes von den Plänen. Vorsitzende ist dort Kristy Augustin, die Landesvorsitzende der Frauen-Union. Eine außerordentliche Sitzung wurde für den Dienstagabend einberufen. Vier Vorstandsleute stimmten für Buders Kandidatur, sieben dagegen, drei enthielten sich. Vorschlag abgelehnt. „Ich wollte ein Zeichen setzen, dass die Partei mutiger und moderner ist als öffentlich dargestellt“, sagt Buder. „Die Sorgen und Nöte der Menschen ernst nehmen“, das sei ihr Programm gewesen. Das politische System sei oft so völlig losgelöst vom normalen Alltag.

Lesen Sie auch: Durchgefallen: Brandenburgerin Sabine Buder (37) scheitert im Anlauf zum CDU-Bundesvorsitz

„Es fehlte der Beweggrund, was sie erreichen will“, entgegnet Augustin. Es sei ein Problem, dass keine Frauen kandidierten. „Aber es muss eine Strategie da sein. Wenn es eine Kandidatur gibt, soll die nicht als Marketingcoup verpuffen.“

Bei der Frauen-Union, die auch eine Kandidatin nominieren könnte, hat Buder nicht angefragt. „Ich fange nicht an, Klinken zu putzen.“ Augustin verweist darauf, dass Buder die von der Frauen-Union propagierte Frauenquote für die Partei und auch den Vorschlag einer Doppelspitze ablehne.

Buder wird nun also nicht kandidieren, am Mittwochabend läuft die Nominierungsfrist ab. „Kein Beinbruch“, sagt Buder. Es könne ja nicht jeder, der nicht genommen werde, in Depressionen verfallen. Frustrations­toleranz, das müssten in der Politik noch einige lernen.

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Die drei Kandidaten hätten sich bislang nicht mit ihr in Verbindung gesetzt, sagt sie. Röttgen hat eine Generalsekretärin nominiert, Merz einen Generalsekretär und eine stellvertretende Generalsekretärin. Ob Braun mit einem Team antritt, ist noch offen.

Buder sagt, sie werde nun Merz unterstützen. Und jetzt müsse sie zur nächsten Operation, zu einem Kater mit Zahnschmerzen.

Von Daniela Vates/RND