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Wirtschaft Touristikbranche für Streckung der Sommerferien
Nachrichten Wirtschaft Touristikbranche für Streckung der Sommerferien
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18:21 12.09.2019
Deutschlandweit noch längere Sommerferien? Das bildungsminsterium ist dagegen. Quelle: Armin Weigel/dpa
Potsdam

Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Deutsche Tourismusverband (DTV) fordern eine Ausweitung des Sommerferienkorridors. Das ist der Zeitraum zwischen dem Tag, an dem das erste Bundesland in die Ferien geht, und dem Tag, an dem das letzte Bundesland die Sommerferien beendet.

Die Verbraucher würden davon profitieren, wenn dieser Zeitraum von durchschnittlich 84 auf 90 Tage ausgedehnt würde, teilten beide Verbände mit. Ein Schreiben mit dieser Forderung sei an die Kultusministerkonferenz (KMK) geschickt worden, die bei ihrer Herbsttagung im Oktober über den Ferienkorridor für die Jahre 2025 bis 2030 berät.

Die Reisebranche Brandenburgs ist dafür

Die Reisebranche in Brandenburg stimmt dieser Forderung zu. „Eine Spreizung ist grundsätzlich gut, weil dadurch der Zeitraum der Ferien ausgedehnt wird“, sagt die Sprecherin des Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB), Birgit Kunkel. Das brächte dem Land wirtschaftliche Vorteile. „Natürlich sind die Kapazitäten begrenzt, wenn sich die Ferienzeit konzentriert“, sagt Kunkel. Gerade bei Ferienhäusern und Ferienwohnungen am Wasser seien die Anfragen oft größer als das Angebot. Durch einen längeren Ferienkorridor würden diese Infrastrukturen besser ausgelastet. Mit zehn bis 20 Prozent mehr Umsatz rechnet der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Brandenburg, Olaf Schöpe. „Es wäre sicher auch für die Urlauber attraktiver, wenn sich in der Reisezeit nicht alles so konzentrierte“, so Schöpe.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sieht dagegen keinen Änderungsbedarf. „Die bestehende Regelung ist jetzt schon sehr großzügig“, sagt sie. Eine weitere Verkürzung des ersten Schulhalbjahres sei organisatorisch nicht zu bewältigen. Das Argument des Ministeriums: Egal welches Bundesland seine Sommerferien verschiebt, ein Schulhalbjahr wird damit verkürzt. Die bestehende Auffächerung helfe schon jetzt dabei, das Feriengeschehen zu entzerren. Damit befindet sich Brandenburg auf einer Linie mit der KMK . „Bei der Festlegung der Ferien steht der Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund“, sagt deren Sprecher Torsten Heil. „Bei einem Sommerferienbeginn Mitte Juni, wie seitens der Wirtschaft oft gefordert, wäre der Zeitrahmen für eine ordnungsgemäße Organisation zentraler Abschlussprüfungen nicht ausreichend.“ Auch das Kurssystem in der Oberstufe brauche möglichst gleichlange Schulhalbjahre.

Ferienkorridor wird etwas breiter

Laut Berechnungen der Gesellschaft für Tourismusforschung ist der Korridor kommendes Jahr in Deutschland 83 Tage lang, 2021 dehnt er sich auf 85 Tage aus, während es 2022 nur 78 Tage sein werden. Brandenburg geht 2020 wieder zusammen mit Berlin als erstes Bundesland in die Sommerferien. Sie fangen am 25. Juni an und enden am 8. August. Am spätesten ist Baden-Württemberg dran (30. Juli bis 12. September).

Über den Ferienkorridor und di zeitversetzten Sommerferien wird seit vielen Jahren diskutiert. Eine YouGov-Umfrage im Sommer hatte gezeigt, dass die Mehrheit von 53 Prozent der Bundesbürger gegen gemeinsame Sommerferien ist und knapp jeder Dritte dafür.

Von Rüdiger Braun

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