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Wirtschaft Airline-Aus setzt kleine Flughäfen unter Druck
Nachrichten Wirtschaft Airline-Aus setzt kleine Flughäfen unter Druck
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17:12 20.02.2019
In Rostock-Laage wird es für den Flughafen eng. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Frankfurt/Rostock

Und plötzlich war der Flugplan leer: Die Pleiten der Fluggesellschaften Germania und Flybmi haben den Flughafen Rostock-Laage in eine schwierige wirtschaftliche Situation gebracht. Die kommunal getragene Betreibergesellschaft war schon zuvor auf Subventionen angewiesen – wie bei den meisten deutschen Regionalflughäfen. Die gelegentlich als „Landratspisten“ verspotteten Standorte werden bislang vor allem aus strukturpolitischen Gründen am Leben erhalten, doch die EU hat die Vorschriften für derartige Unterstützungen inzwischen enger gezogen.

Die Berliner Germania hatte sich an kleineren Flughäfen auf Ferienflüge und zusätzlich auf die Nische ethnischer Verkehre spezialisiert. Ihre Insolvenz traf Rostock neben Erfurt besonders hart. Auch Friedrichshafen am Bodensee musste eine Vielzahl von Verbindungen streichen. An allen Standorten war zunächst zu hören, dass man sich umgehend um neue Anbieter kümmere. Zumindest in Nürnberg hat das bereits zu ersten Erfolgen geführt, weil Tuifly lukrative Verbindungen der Germania übernehmen will.

Das sei aber keineswegs selbstverständlich, mahnt der Luftverkehrsspezialist der Deutschen Bank, Eric Heymann. „Es ist sehr schwierig, für die ausgefallenen Verkehre schnell Ersatz zu finden. Das gilt insbesondere für Regionen mit einem geringen eigenen Fluggastaufkommen.“ Falls sich keine neuen Anbieter fänden, könnten die Touristen zu den größeren Flughäfen abwandern. Große Airlines wie die Lufthansa-Tochter Eurowings oder ­Ryanair interessieren sich bislang eher für die wenigen Start- und Landerechte der Germania, die am engen Flughafen Düsseldorf frei werden. Leidtragende sind Provinz-Pisten, die vor Jahren mit Niedriggebühren den Markteintritt der Billigflieger erst befördert haben. In Rostock könnte jede Gesellschaft starten, die will. 38 Verkehrsflughäfen gibt es in Deutschland, doch das Geschäft konzentriert sich nach Zahlen des Airport-Verbands ADV zu mehr als 90 Prozent auf die acht großen mit Frankfurt und München an der Spitze.

Rostock betreibt den Flughafen im nahen Laage gemeinsam mit der Bundeswehr, was etwas Kostendruck wegnimmt. Auch hat man Warnemünde als Standort entwickelt, an dem Kreuzfahrtschiffe ihre Passagiere wechseln, die dann per Flugzeug an- und abreisen. Noch im Januar hatte Geschäftsführerin Dörthe Hausmann stolz die Rekordbilanz für 2018 mit knapp 300 000 abgefertigten Passagieren präsentiert. Dummerweise waren davon allein 130 000 Gäste der Germania und das Geschäft musste mit 2,8 Millionen Euro gestützt werden. Rostock ruft nun nach dem Einstieg des Landes, das lehnt ab.

Von Christian Ebner und Joachim Mangler

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