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Wirtschaft Aus Profitgier? US-Firma Blizzard sperrt Profizocker – und empört Gamer im Netz
Nachrichten Wirtschaft Aus Profitgier? US-Firma Blizzard sperrt Profizocker – und empört Gamer im Netz
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19:20 10.10.2019
Unruhe in der Gaming-Community: Viele Zocker drohen Blizzard mit Boykott. (Symbolbild) Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Der US-Spieleentwickler Blizzard („World of Warcraft“, „Starcraft“) steht unter Druck: Das Unternehmen hat einen Profispieler des Online-Sammelkartenspiels „Hearthstone“ wegen politischer Äußerungen gesperrt, Preisgelder einbehalten – und damit Gamer und Politiker erzürnt. Was war passiert?

E-Sportler solidarisierte sich mit Demonstranten in seiner Heimatstadt

Der „Hearthstone“-Profi Ng Wai Chung – genannt „Blitzchung“ – aus Hongkong hatte in einem von Blizzard ausgetragenen Livestream Unterstützung für die politischen Proteste in seiner Heimatstadt ausgedrückt. Auf Mandarin sagte er: „Befreit Hongkong, die Revolution unserer Zeit!“ Seit Sommer finden in der Stadt regelmäßig weltweit beachtete Massendemonstrationen statt, die sich gegen den Einfluss Pekings richten. Blizzard reagierte sofort auf die politische Äußerung, unterbrach den Livestream mit einer Werbepause – und entfernte das Video später komplett aus dem Netz. Die beiden Kommentatoren, die Chung interviewten, verloren ihre Jobs.

Blizzard reagierte mit harten Strafen

Das Unternehmen griff auch gegen den E-Sports-Profi hart durch: Chungs Preisgelder aus der laufenden Saison – umgerechnet rund 14.500 Euro – will Blizzard einbehalten, zusätzlich wird er für ein Jahr für alle Turniere gesperrt. Wie das Unternehmen mitteilte, habe der Gamer eine Regel gebrochen und sich geschäftsschädigend gegenüber dem Konzern geäußert.

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Was das Verhalten des „World of Warcraft“-Entwicklers so pikant macht: Blizzard gehört zum Spiele-Publisher Activision. Und daran hält der chinesische Tech-Gigant Tencent 12 Prozent Firmenanteile. Außerdem sind Blizzard-Games auf dem für die Industrie wichtigen chinesischen Markt beliebt. Stellt der Spielehersteller also wirtschaftliche Interessen über universelle Menschenrechte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung? Im Netz löste die Reaktion von Blizzard einen Sturm der Entrüstung aus. Unter dem Hashtag #Blizzardboycott reagierten viele Nutzer empört, riefen zum Boykott des Publishers auf.

Auch aus der Politik hagelte es Widerspruch. Der demokratische US-Senator Ron Wyden schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter: „Kein amerikanisches Unternehmen sollte Forderungen nach Freiheit für das schnelle Geld zensieren.“ Kritik kam auch aus den Reihen der Republikaner.

Selbst Mitarbeiter des Unternehmens haben sich inzwischen gegen die Firmenpolitik gestellt, berichten US-Medien. So hätten Angestellte aus Protest am Stammsitz in Kalifornien die Arbeit niedergelegt. Blizzard kündigte an, bei seiner Haltung bleiben zu wollen. Noch.

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