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Wirtschaft Der Wurstskandal hat wirklich viele Ungereimtheiten
Nachrichten Wirtschaft Der Wurstskandal hat wirklich viele Ungereimtheiten
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13:00 17.10.2019
8. Oktober 2019, Hessen, Twistetal: Ein Firmenschild steht vor dem leeren Parkplatz des nordhessischen Wurstherstellers Wilke. Die Waren von Wilke werden mit drei Todesfällen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Quelle: Uwe Zucchi/dpa

Eigentlich begann die Affäre um Listerien in Wurst schon im März: Damals entdeckten Prüfer nach Angaben des Landkreises erstmals die Bakterien in Produkten von Wilke. Gegenmaßnahmen wurden angeordnet, heißt es seitens des Landkreises. Demnach gab es auch in den Folgemonaten Beanstandungen. Doch Wilke durfte weiterhin produzieren.

Was der Landkreis als zuständige Behörde beanstandete, ist unklar. Ebenso bleibt offen, wie die Prüfer des Landkreises Lagerräume voller Gammelwurst übersehen konnten, von denen Mitarbeiter heute berichten. Warum im September Kontrolleure der übergeordneten Behörde mit einer Besprechung statt mit einem Betriebsbesuch abgespeist wurden, erschließt sich Außenstehenden ebenfalls nicht.

Damit nicht genug. Als klar war, dass Wurst von Wilke zu Todesfällen geführt hatte, schloss der Landkreis endlich den Betrieb – und versicherte, Wilke habe seine Produkte ausschließlich unter eigenen Marken vertrieben. Zwei Tage danach strafte das der Großhändler Metro Lüge. Er hatte Pizza Salami von Wilke unter seiner Eigenmarke verkauft. Metro war damit kein Einzelfall. Einen Tag später übergab Wilke den Behörden eine Liste mit belieferten Betrieben. Quer durch die Bundesrepublik schrillten die Alarmsirenen.

Wo wurde die lose Wurst verkauft?

Und selbst zu diesem Zeitpunkt blieben noch Fragezeichen, weil Wurst von Wilke auch lose über zahlreiche deutsche Fleischtheken gewandert war. Welche das waren, ist bis heute unbekannt. Denn die Spuren der Wurst konnten die Behörden nur bis zu den Großhändlern verfolgen.

Mittlerweile dürfte zwar sämtliche – also auch die lose – Wurst von Wilke aus dem Handel verschwunden sein. Doch das liegt wohl eher an ihrer begrenzten Haltbarkeit als am konsequenten Durchgreifen der Behörden. Nun tut Aufarbeitung not. Denn selbst wenn bei Wilke „mit erheblicher krimineller Energie“ gehandelt wurde, wie es die hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) formulierte: Behörden sind dazu da, dem vorzubeugen. Das ist ihnen offensichtlich nicht gelungen.

Foodwatch dringt nach Wurst-Skandal auf Reformen

Von Christoph Höland/RND

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