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Wirtschaft Jeder dritte Zug verspätet: Hitze-Juni hat die Deutsche Bahn ausgebremst
Nachrichten Wirtschaft Jeder dritte Zug verspätet: Hitze-Juni hat die Deutsche Bahn ausgebremst
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14:12 02.07.2019
Aufgrund der Hitze fuhren im Juni fiele Fernzüge unpünktlich. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Berlin

Fahrgäste der Deutschen Bahn bekommen die Folgen der Sommerhitze besonders zu spüren. Gewitter und Böschungsbrände legten im Juni Strecken lahm und Baustellen mussten umgeplant werden. Die Folge: Nur 69,8 Prozent der Fernzüge waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur pünktlich. Das waren zehn Prozentpunkte weniger als noch im Mai und der schwächste Juni-Wert seit sechs Jahren.

Dabei zählt der Konzern alle Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan eintreffen. Auch im Regionalverkehr gab es mehr Verspätungen als zuvor. Ein Trost für die Fahrgäste: Nach Bahnangaben liefen die Klimaanlagen in den Wagen stabil.

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Anfang Juni waren Gewitter mit Starkregen und Hagel übers Land gezogen, Bäume fielen auf Oberleitungen, Strecken wurden unterspült, wie es bei der Bahn zur Erklärung der Verspätungen hieß. In der zweiten Monatshälfte musste das Unternehmen wegen der Hitze bei Bauarbeiten umplanen, zudem habe es Verspätungen und Ausfälle durch mehr als 50 Böschungsbrände gegeben. Die Pünktlichkeit litt demnach auch darunter, dass neue ICE4-Züge nicht wie geplant aufs Gleis kommen.

Die vielen Verspätungen bedeuten einen Rückschlag für die Fahrgäste. Drei Monate lang war es der Bahn bis Mai gelungen, ihre schwachen Vorjahreszahlen zu übertreffen. Der Juni setzt dem ein vorläufiges Ende. Unterm Strich wird das selbstgesetzte Ziel bislang jedoch noch erreicht: Von Januar bis Juni waren im Durchschnitt gut 77 Prozent der Fernzüge pünktlich.

Baustellen und fehlende Züge

Konzernchef Richard Lutz hatte 76,5 Prozent als Ziel für das Gesamtjahr ausgegeben, nachdem in der Vergangenheit die Latte deutlich höher gelegen hatte. 2018 gab es aber große Probleme mit Zugverspätungen, besonders in der langen Hitzeperiode im Sommer und Herbst. Anlässlich mehrerer Krisentreffen sagte Lutz im Januar dem Bund als Eigentümer zu, im ersten Halbjahr Schritt für Schritt besser zu werden.

Einen Strich durch diese Rechnung machten im Juni nicht nur das Wetter und zahlreiche Baustellen, sondern nun auch wieder Fahrzeugprobleme. Seit am neuen Flaggschiff ICE4 fehlerhafte Schweißnähte entdeckt wurden, nimmt die Bahn den Herstellern vorerst keine weiteren Züge ab - seit dem kleinen Fahrplanwechsel Anfang Juni macht sich das bemerkbar.

Im Regionalverkehr waren im Juni 92,6 Prozent der Züge pünktlich, so wenig waren es in einem Juni zuletzt 2011. Die Pünktlichkeitsstatistik berücksichtigt monatlich gut 800 000 Fahrten von Personenzügen der Deutschen Bahn, davon 20 000 im Fernverkehr.

Von RND/dpa